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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der globale Ausverkauf nach starkem Lauf hat sich bei deutschen Chipwerten am Montag nur im frühen Handel fortgesetzt. Die Aktien von Infineon wagten einen Stabilisierungsversuch, nachdem sie um bis zu 16 Prozent von ihrem zuletzt erreichten Hoch seit dem Jahr 2000 abgesackt waren. Aus einem Minus, das anfangs nochmal gut vier Prozent betrug, wurde am Vormittag ein Tagesplus von 1,4 Prozent. Damit lagen die Titel an der Dax -Spitze in einem weiter schwachen Markt.
International hatten zuletzt Gewinnmitnahmen bei den heiß gelaufenen Technologiewerten immer größere Wellen geschlagen. Los ging es zunächst im US-Chipsektor nach einem enttäuschenden Ausblick von Broadcom , bevor am Freitag der Abwärtsdruck in New York immer größer wurde. Der Nasdaq 100 war dort vor dem Wochenende fast fünf Prozent tiefer aus dem Handel gegangen.
Der Kursrutsch zeigte sich dann zu Wochenbeginn teils noch stärker an den technologielastigen Börsen in Asien - von Japan über Taiwan bis Südkorea. Marktbeobachter Stephen Innes von SPI Asset Management sprach von einem "schwarzen Montag" in Seoul, wo der Handel eine Zeit lang wegen der Turbulenzen pausierte. Der Leitindex Kospi büßte am Ende mehr als acht Prozent ein.
"Wenn sich der heißeste Tummelplatz plötzlich in eine hektische Fluchtsituation verwandelt, bleibt das den Händlern nicht verborgen", erklärte Innes. Hierzulande war der Infineon-Kurs am Freitag schon um neun Prozent abgesackt, nachdem er sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt und zuletzt mit 88,46 Euro ein Hoch seit dem Jahr 2000 erreicht hatte.
Auch deutsche Unternehmen, die mit der Chipbranche in Verbindung stehen, folgten am Montag im frühen Handel nochmals der Verkaufswelle. Betroffen waren etwa der Waferhersteller Siltronic und die Ausrüsterfirmen Aixtron , PVA Tepla sowie Suss Microtec . Wie im Falle von Infineon glichen die meisten davon ihre Anfangsverluste aber wieder aus.
Auch die in Seoul beheimateten Aktien des Chipriesen SK Hynix setzten am Montag im deutschen Tradegate-Handel zuletzt zu einem Erholungsversuch an, genauso wie Nvidia im vorbörslichen New Yorker Handel mit 1,1 Prozent Plus. Marvell , Micron sowie AMD legten dort vorbörslich sogar um bis zu sieben Prozent zu, nachdem sie vor dem Wochenende an der Nasdaq besonders heftig verkauft wurden.
Händlern zufolge ist der Abverkauf an den US-Börsen am Freitag relativ gesittet passiert, nach und nach und ohne einen echten Panikmoment. Sie stellen sich jetzt die Frage, ob es sich nur um eine "erfrischende Pause" handelte. "Aus unserer Sicht war die Marktbewegung am Freitag weniger auf einen grundlegenden Wandel bei der Kapitalallokation zurückzuführen, sondern vielmehr auf eine überhitzte Positionierung", schrieb William Beavington von der US-Bank Jefferies.
Nun stelle sich die Frage nach neuen Kurstreibern, denn die Berichtssaison sei in der Vorwoche mit Broadcom besiegelt worden und große Kapitalerhöhungen der Internet-Riesen Alphabet und Meta seien bereits bekannt. Möglicherweise könnten die bald erwarteten Mega-Börsengänge der KI-Plattformen OpenAI und Anthropic ins Blickfeld rücken. Den Auftakt in dieser IPO-Reihe macht im Wochenverlauf mit SpaceX aber zunächst ein Tech-Unternehmen aus dem Raumfahrtbereich./tih/niw/jha/