FRANKFURT (dpa-AFX) - Verstärkte US-Zinsängste und der sich wieder zuspitzende Krieg zwischen Israel und dem Iran haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt den Wochenauftakt verhagelt. Der Dax fiel um 0,8 Prozent auf 24.553 Punkte und rutschte damit klar unter die 21-Tage-Linie, die aktuell bei 24.710 Zählern verläuft und als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt.
Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen verlor am Montagvormittag 1,0 Prozent auf 32.131 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,8 Prozent nach unten.
Die US-Börsen hatten am Freitag - angeführt von einem massiven Abverkauf bei den Technologiewerten - stark nachgegeben. Dies spiegelte sich zu Wochenbeginn auch im asiatischen Handel wider - vor allem an den technologielastigen Börsen in Tokio, Taiwan und Südkorea, die zuletzt stark von KI-Fantasie profitiert hatten. Auslöser dafür waren unerwartet gute US-Arbeitsmarktdaten. "Eine viel zu heiße Beschäftigung in den USA schürt panische Angst vor einer hartnäckigen Inflation und zerstört jegliche Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der Fed völlig", kommentierte Marktexperte Tim Ritschar von ActivTrades.
Als Belastung kommt die erneute Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und Israel hinzu. Beide Länder vermeldeten zuletzt gegenseitigen Raketenbeschuss - obwohl US-Präsident Donald Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu Medienberichten zufolge zur Mäßigung aufgefordert hatte. Dies gefährdet auch ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und den USA. Die Ölpreise legten deshalb zum Wochenstart deutlich zu.
Die wieder verschärfte Lage in Nahost sorgte bei Aktien aus dem Luftfahrt- und Reisesektor für überdurchschnittliche Verluste. So sackten die Papiere des Flugzeugbauers Airbus und des Triebwerkherstellers MTU zuletzt um 2,3 beziehungsweise 1,7 Prozent ab. Für die Anteilsscheine von Tui und Lufthansa ging es um jeweils 1,2 Prozent nach unten.
Bei den Aktien aus dem Halbleitersektor setzte sich die jüngste Talfahrt fort. Die Titel des Waferherstellers Siltronic sowie der Ausrüsterfirmen PVA Tepla und Suss Microtec verloren zwischen 0,6 und 0,9 Prozent. Dagegen drehten die Papiere von Infineon und Aixtron ins Plus.
Die Chemiewerte litten unter einer Analystenstudie und verbuchten Abgaben zwischen 0,2 und 1,1 Prozent. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte die Anteilsscheine von Evonik und Symrise jeweils von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Georgina Fraser positioniert sich in ihrer Branchenanalyse vom Montag für einen neuerlichen Abschwung für Europas Chemiebranche.
Die Aktien von CTS Eventim büßten als schwächster MDax-Wert 4,3 Prozent ein. Die Investmentbank Exane BNP hatte die Titel des Ticketvermarkters und Veranstalters auf 'Underperform" abgestuft.
Spitzenreiter im MDax waren die Aktien der Porsche AG mit einem Kursplus von 2,7 Prozent, nachdem die UBS sie von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft hatte. Der Turnaround des Sportwagenbauers zu alter Stärke dürfte zwar noch Jahre dauern, jetzt sei allerdings der richtige Zeitpunkt zum Einstieg gekommen, schrieb Analyst Patrick Hummel./edh/stk