9.6.2026 16:47:17 | Quelle: Der Aktionär | Lesedauer etwa 3 min.Das war ein kurzes Vergnügen. Nach einer kurzen Verschnaufpause drehte der Technologiesektor am Dienstag wieder deutlich ins Minus. Steigende Zinsängste und gigantische Börsengänge belasten die Stimmung der Anleger spürbar. Ist der große KI-Boom damit erst einmal vorbei oder bietet der Rücksetzer jetzt eine Einstiegschance?Der Erholungsversuch der globalen Halbleiterwerte ist am Dienstag ins Stocken geraten. Am Freitag war vor allem in New York eine Welle an Gewinnmitnahmen über die Branche geschwappt, die dann am Montag in Asien ankam. Doch noch zu Wochenbeginn hatten die Anleger damit begonnen, die reduzierten Kurse wieder zum Kauf zu nutzen. Nun folgte allerdings vor allem an der US-Börse Nasdaq der nächste Rückschlag.Am Vorabend hatten US-Branchenwerte wie Marvell Technology, Micron oder Intel in New York schwungvoll zur Erholung angesetzt. An der technologielastigen Börse in Südkorea glich der Leitindex Kospi am Dienstag sein mehr als achtprozentiges Minus vom Wochenbeginn mehr oder weniger wieder aus. Die Titel des Branchenriesen SK Hynix waren am Dienstag in Seoul um fast elf Prozent angesprungen. In den USA drehte der technologielastige Nasdaq 100 am Dienstag nach einem starken Start jedoch rasch deutlich ins Minus.In der Folge drehten auch europäische Branchenwerte ab und gaben wieder stark nach: Allen voran Infineon, die im DAX letztlich 3,3 Prozent einbüßten. Ausrüster wie Aixtron, Suss oder PVA Tepla rutschten ebenfalls abwärts, genauso wie die Titel der europäischen Player ASML und STMicroelectronics .Von der Europäischen Zentralbank erwarten die Anleger bereits am Donnerstag eine Zinserhöhung, auch die US-Notenbank Fed könnte kommende Woche an der Zinsschraube drehen. Ein überraschend robuster US-Arbeitsmarktbericht hatte vor dem Wochenende Zinsängste ausgelöst. Der an diesem Freitag anstehende Börsengang von SpaceX könnte derweil die KI-Kursrally auf eine harte Probe stellen und Risikokapital in andere Kanäle lenken. Auch die KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI wagen sich aufs Börsenparkett.Den übergeordneten KI-Boom sehen viele Experten aber nicht in Gefahr. "Aktuell spricht vieles dafür, dass die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung weiterhin unterschätzt wird", kommentierte Analyst Hagen Ernst vom Vermögensverwalter DJE Kapital. Dabei sei vor allem die Nachfrage nach KI-Rechenkapazitäten und die Monetarisierung von KI-Anwendungen entscheidend. Solange die verfügbaren Kapazitäten nicht ausreichten, geht er von einem anhaltenden Trend aus - mit den größten Engpässen bei Speicherchips und Stromkapazitäten.Neben Chipherstellern profitieren daher schon länger Speicherhersteller von der Entwicklung, neuerdings aber auch der breitere Kreis an IT-Infrastrukturen, die bis hin zu Netzwerken reichen. Unter Druck bleiben dagegen Software-Werte wegen der Sorge, dass KI ihre Geschäftsmodelle gefährden könnte. SAP zum Beispiel büßten am Dienstag 2,2 Prozent ein.Enthält Material von dpa-AFX
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