In Italien dürfte sich die letzte große Übernahme im Bankensektor anbahnen. Es geht um die einstige Skandalbank Monte dei Paschi di Siena. Aktuell liegen zwei Optionen zu einer möglichen Fusion vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Das Wichtigste kurz und knapp
• MPS im Fokus: Banco BPM und Intesa Sanpaolo werben um die italienische Traditionsbank.
• 30-Milliarden-Angebot: Intesa Sanpaolo überrascht mit einer milliardenschweren Offerte für MPS.
• Anleger profitieren: Die Übernahmefantasie stützt MPS, Intesa lockt mit hohen Dividenden.
Die Banco BPM hat am letzten Wochenende eine Fusion unter Gleichgesinnten in den Raum gestellt. Ein konkretes Übernahmeangebot gibt es zwar nicht, aber es könnte der zweitgrößte Bankkonzern des Landes entstehen, sofern es zu einer Fusion kommt. Völlig anders stellt sich die Lage bei der Intesa Sanpaolo dar, die das größte Finanzinstitut Italiens ist.
Diese hat den MPS-Aktionären ein Angebot gemacht, das sich auf mehr als 30 Milliarden Euro beläuft. Das verwundert, da sich die Intesa seit rund fünf Jahren aus Übernahmen in Italien eher heraushielt. Zuvor wurden jedoch mehrere größere Zukäufe getätigt. Auf den ersten Blick verwundert es nun also, dass sich die Mailänder aus der Deckung wagen. Zumal es wettbewerbsrechtliche Probleme geben könnte, da die Intesa ohnehin schon die Nummer 1 in Italien ist.
Allerdings geht es der Intesa wohl nur um die Mediobanca, die die MPS ihrerseits erst letztes Jahr übernommen hat. Den Rest würde man an die Nummer 4 in Italien, die BPER, und deren Großaktionär, die Unipol-Versicherung, weitergeben. Interessant wäre für die Intesa noch etwas anderes.Bereits 2017 hatte man versucht, die Kontrolle über Generali zu erwerben. Da die MPS einen dreiprozentigen Anteil an dem Versicherer hält, wäre auch das für Intesa-Sanpaolo-CEO Carlo Messina von Belang. Allerdings ist auch Konkurrent UniCredit an Generali beteiligt.FAQs zur Monte dei Paschi
Was macht MPS?
Die Bank bietet klassische Finanzdienstleistungen für Privat- und Firmenkunden an. Dazu gehören Kredite, Einlagen, Zahlungsverkehr, Vermögensverwaltung und weitere Bankgeschäfte.
Wie hat sich MPS von der Bankenkrise erholt?
Nach Jahren voller Skandale, hoher Kreditausfälle und staatlicher Hilfen wurde die Bank umfassend saniert. Inzwischen schreibt MPS wieder Gewinne und verfügt über eine deutlich stärkere Kapitalbasis.
Warum gilt Monte dei Paschi di Siena als besondere Bank?
Monte dei Paschi di Siena wurde 1472 gegründet und gilt als die älteste noch bestehende Bank der Welt. Sie spielt bis heute eine wichtige Rolle im italienischen Bankensektor.