BERLIN (dpa-AFX) - Der Linken-Politiker Luigi Pantisano rechnet mit breiter Zustimmung für seine Kandidatur als neuer Co-Parteichef. "Die Rückmeldungen in den Kreisverbänden sind positiv, auch mein Ziel, die Arbeiter und Arbeiterinnen für die Linke zurückzugewinnen, teilen viele", sagte Pantisano der Deutschen Presse-Agentur. "Mit einem Ergebnis über 70 Prozent wäre ich sehr zufrieden."
Pantisano bewirbt sich beim Parteitag in Potsdam nächstes Wochenende um die Nachfolge von Co-Parteichef Jan van Aken, der aus gesundheitlichen Gründen geht. Daneben kandidiert Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner erneut. Gegenkandidaturen sind bis zuletzt möglich, bisher aber nicht bekannt.
Pantisano will nach eigenen Worten die Linke stärker in Betrieben verankern und Proteste anfachen. "Die nächsten Wochen gilt es, den Widerstand unter den Arbeitern und Arbeiterinnen zu organisieren gegen eine Bundesregierung, die ihre Leistung mit Füßen tritt", sagte der 46-Jährige. "Aber ganz konkret geht es am Montag nach dem Parteitag darum, dass wir alle Mitglieder mobilisieren und zusammen nach Sachsen-Anhalt reisen und unsere Genossinnen und Genossen im Landtagswahlkampf unterstützen."
"Müssen vor die Werkstore und zuhören"
Die AfD profitiere von dem Gefühl vieler Menschen, dass nicht für sie Politik gemacht werde, sondern für Unternehmen und Reiche. "Als Linke ist es unsere Aufgabe, dass wir klarmachen: Die AfD ist Teil genau jenes maroden Systems", sagte Pantisano. "Wir müssen vor die Werkstore und zuhören, die Forderungen der Beschäftigten aufnehmen und gemeinsam Widerstand organisieren."
Pantisano, Architekt und Stadtplaner, ist stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag. Er vertritt als Abgeordneter die Region Stuttgart und Konstanz. Bei einer Kandidatur als Oberbürgermeister von Konstanz unterlag er 2020 mit rund 45 Prozent vergleichsweise knapp dem Kandidaten der CDU./vsr/DP/he