FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Beflügelt von einem positiven Analystenkommentar haben die Aktien von Puma am Dienstag an ihre jüngste Erholung angeknüpft. Die Papiere des Sportartikelherstellers stiegen zeitweise um mehr als 5 Prozent auf den höchsten Stand seit ihrem Jahreshoch Ende Mai bei 30,31 Euro und setzten damit ihre Aufwärtsbewegung der Vorwoche fort. Am späten Vormittag notierten sie 2,8 Prozent im Plus bei 28,78 Euro und gehörten zu den Top-Werten im MDax .
Dagegen fielen die Papiere des Wettbewerbers Adidas um 1,1 Prozent und gehörten zu den schwächsten Papieren im Dax . Nike-Aktien waren im vorbörslichen US-Handel kaum verändert.
Die britische Bank HSBC hatte Puma von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 26 auf 35 Euro angehoben. Analyst Akshay Gupta sieht die 29-Prozent-Beteiligung des chinesischen Sportartikelriesen Anta Sports an den Herzogenaurachern als "Katalysator für die Erschließung bedeutender Wachstumschancen, insbesondere auf dem wichtigen chinesischen Markt".
Er geht davon aus, dass Puma von Antas Fachwissen im lokalen Markt profitieren und das dortige Vertriebsnetz des Hauptanteilseigners nutzen kann. Das laufende Jahr betrachtet Gupta noch als Übergangsphase und sieht Puma danach durchstarten. Deshalb erhöhte er seine Ergebnisprognosen (Ebit) für die Jahre 2027 und 2028 um durchschnittlich 8 Prozent.
Auch RBC-Analyst Piral Dadhani hatte in der Vorwoche von einem Übergangsjahr für Puma gesprochen und klargestellt, dass es für eine optimistischere Einschätzung noch zu früh sei. Er war zudem bei Nike an die Seitenlinie gegangen. Der US-Konkurrent mache unter Konzernchef Elliott Hill zwar Fortschritte, aber Tempo und Ausmaß der Wende seien geringer als gedacht.
Seit Tagen stehen die Aktien der Sportartikelkonzerne vor allem wegen der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko im Fokus. Alle drei Marken sind als Teamausrüster dabei. Ob allerdings Anleger von der Fußball-WM dauerhaft profitieren können, sei fraglich, schrieb kürzlich Marc Decker, Co-Leiter Aktien bei Quintet, der Muttergesellschaft der Privatbank Merck Finck. Zwar erziele der Fußball-Weltverband FIFA Milliardenerlöse, während die Unternehmen ihre Marken global emotional aufladen könnten. Studien und Marktanalysen zeigten jedoch, dass sich diese Aufmerksamkeit nur begrenzt in nachhaltigen Kursgewinnen niederschlägt.
Die Gründe dafür liegen Decker zufolge auf der Hand: Für global diversifizierte Konzerne seien die direkten finanziellen Effekte einer WM häufig zu klein, um die fundamentale Bewertung entscheidend zu verändern. Zudem würden erwartbare Umsatzimpulse von den Märkten meist frühzeitig eingepreist. Investoren reagierten letztlich stärker auf Margenentwicklung, Wachstumsperspektiven oder Zinserwartungen als auf sportliche Großereignisse./edh/la/ajx/jha/