SCHORTENS (dpa-AFX) - Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat bei einem Truppenbesuch in Friesland in Niedersachsen angekündigt, erheblich in die Drohnenabwehrbereitschaft der Bundeswehr investieren zu wollen. "Wir starten in diesen Tagen einen Aktionsplan Drohnen", sagte der SPD-Politiker. Der Aktionsplan umfasse eine Vielzahl von Maßnahmen, die nun umgesetzt würden. "Und das bedeutet, dass wir bis zum Ende des Jahrzehnts circa 16 Milliarden Euro in diesen Bereich investieren wollen."
"Wir beschaffen Drohnen, die aufklären, wir beschaffen Drohnen, die wirken sowie angreifende Drohnen eben abwehren können - also das gesamte Spektrum", sagte Pistorius. Bei der Einführung in die Truppe wolle man "sehr strategisch und sehr zielgerichtet" vorgehen. Es komme darauf an, schnell, effektiv das Richtige zu beschaffen und damit in der Truppe zu üben.
Besuch beim Objektschutzregiment
Pistorius besuchte zusammen mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, das Objektschutzregiment "Friesland" der Luftwaffe in Schortens (Landkreis Friesland). Dort ist ein sogenanntes Schnelles Reaktionselement (SRE) zur Abwehr von Drohnen stationiert. Die Luftwaffe wurde als erste Teilstreitkraft im April 2025 mit so einer Einheit ausgestattet. Inzwischen ist diese Einheit nach Angaben der Luftwaffe einsatzbereit und hat sich bereits bei Einsätzen und Übungen bewährt.
Pistorius sagte, ab Juli würden alle Teilstreitkräfte der Bundeswehr über solche Drohneneinheiten verfügen. "Die Spezialistinnen und Spezialisten sind mit ihrer Expertise bei Bedarf sehr, sehr schnell einsatzbereit, um Drohnen abzuwehren, zum Beispiel, um militärische Anlagen und andere wichtige Objekte zu schützen", sagte der Verteidigungsminister. Insgesamt habe die Bundeswehr in den vergangenen Jahren bei dem Umgang mit Drohnen erheblich und in höchster Geschwindigkeit Fortschritte erzielt./len/DP/men