PEKING (dpa-AFX) - Im Ringen um die Wiederaufnahme deutscher Schweinefleisch-Exporte nach China hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer während seiner Peking-Reise positive Signale erhalten. Chinas Agrarminister Zhang Zhu habe zugesagt, dass "kurzfristig" Experten nach Deutschland kommen und die deutschen Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung begutachten sollen, sagte der CSU-Politiker in Peking. "Dieses sogenannte Monitoring ist eine wichtige Voraussetzung, um die Regionalisierungsabkommen am Ende zu erhalten", erklärte er.
China war lange ein wichtiger Exportmarkt für Deutschlands Schweinefleischproduzenten. Mit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in der Bundesrepublik 2020 untersagte Peking allerdings weitere Importe. Derzeit hat Deutschland im Agrarbereich ein Handelsdefizit mit China. 2025 importierte Deutschland Agrargüter im Wert von 2,2 Milliarden Euro aus China. Die Ausfuhren nach China stiegen zwar um knapp 10 Prozent, erreichten aber nur rund 1,7 Milliarden Euro.
Rainer ist optimistisch, dieses Jahr noch Abkommen abzuschließen
Exporte von Fleischwaren stiegen dem Ministerium zufolge zwar, blieben aber mit 1.377 Tonnen auf einem niedrigen Niveau. Zum Vergleich: 2020 importierte China noch 503.760 Tonnen Fleisch aus Deutschland.
Einen ersten Vorstoß hatte Bundeskanzler Friedrich Merz im Februar gemacht, als er mit China eine Absichtserklärung zu Afrikanischer Schweinepest erreichte. Ein daran anknüpfendes Protokoll oder ein Regionalisierungsabkommen erreichte Rainer nicht. Er sei jedoch guter Dinge, dieses Jahr noch ein Abkommen zu unterzeichnen, erklärte der CSU-Politiker beim Besuch einer landwirtschaftlichen Genossenschaft am Rande Pekings.
Was das Abkommen bewirken würde
Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die ausschließlich Haus- und Wildschweine betrifft und bei ihnen fast immer tödlich verläuft. Für Menschen ist sie ungefährlich. Mit einem Regionalisierungsabkommen könnte Deutschland eine Anerkennung Chinas erreichen, dass die Erkrankung nur bestimmte Regionen betrifft, und damit aus seuchenfreien Gebieten Produkte nach Fernost exportieren.
In China gibt es derzeit zwar eine Überproduktion von Schweinefleisch, was die Preise drastisch sinken ließ. Allerdings importiert China viele Nebenschlachtprodukte, wie Füße, Köpfe oder Ohren. In diesen Markt gehen deutsche Betriebe. Rainer wurde in China von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet. Aus Branchenkreisen wurde die Zusage eines Besuchs chinesischer Experten in Deutschland positiv bewertet. Man sei so weit wie noch nie in der Sache, hieß es./jon/DP/jha