FRANKFURT/PARIS/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aktien aus dem deutschen Halbleitersektor haben am Freitag mit dem Rückenwind starker US-Chipwerte an ihre Aufwärtsbewegung vom Vortag angeknüpft. Die anhaltende Euphorie um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) treibt die Branche bereits seit Monaten an. Für die Papiere des europäischen Branchenausrüsters ASML ging es allerdings nach einer Warnung der US-Regierung an den Halbleiterindustrie-Ausrüster um rund zwei Prozent nach unten.
Angeführt wurde die deutsche Chiprally von Suss Microtec , deren Anteilsscheine ein weiteres Rekordhoch bei 113,70 Euro erklommen. Zuletzt notierten die Titel des Anlagenbauers mit zehn Prozent im Plus und bauten damit ihre rasante Gewinnsträhne im laufenden Jahr auf knapp 190 Prozent aus. Ihnen half eine Kurszielerhöhung von Berenberg. Trotz der starken Kursgewinne habe der Markt die weiter anziehende Dynamik in den Endmärkten von Suss noch nicht gänzlich honoriert, schrieb Analystin Amelie Dueckelmann-Dublany.
Im Windschatten von Suss legten die Aktien von Infineon um 1,6 Prozent zu. Mit 83,32 Euro nähern sie sich ihrem Höchststand von Anfang Juni bei 88,46 Euro. Die Bilanz seit Jahresbeginn liest sich mit plus 120 Prozent ebenfalls eindrucksvoll. Für die Papiere des Chipindustrie-Zulieferers Aixtron ging es am Freitag um 1,2 Prozent auf 60,84 Euro aufwärts. Damit summiert sich ihr Kursplus im bisherigen Jahresverlauf auf mehr als 250 Prozent. Am Donnerstag hatten sie mit 62,66 Euro eine neue Bestmarke aufgestellt.
Tags zuvor hatten die US-Halbleiterwerte von der Forderung von US-Präsident Donald Trump profitiert, dass die Halbleiter-Industrie wieder in die USA zurückkehren solle, und dass sich Apple und Intel auf einen Deal geeinigt hätten. Demnach werde der iPhone-Hersteller seine Chips künftig bei Intel in den USA fertigen lassen. Bislang ist Apple bei der Chipproduktion vor allem vom taiwanesischen Konzern TSMC abhängig.
Bei den Anlegern von ASML sorgte eine Warnung der US-Regierung an den niederländischen Anlagenbauer für Vorsicht. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, hat die US-Regierung Hinweise, dass eines der modernsten Lithografie-Systeme von ASML nach China geschafft wurde. Sollte sich dies bestätigen, wäre es einer der bislang schwerwiegendsten Verstöße gegen US-Sanktionen, so Bloomberg. Die Niederländer erklärten prompt, dass sie weder Anlagen noch Zubehör ins Reich der Mitte exportiert hätten./edh/tih/jha/