Kaum eine deutsche Aktie hat in den vergangenen Jahren eine vergleichbare Erfolgsgeschichte geschrieben wie Rheinmetall. Der Düsseldorfer Konzern profitierte von der geopolitischen Zeitenwende, steigenden Verteidigungsausgaben und einer Rekordnachfrage nach militärischer Ausrüstung. Die Auftragsbücher sind auf Jahre hinaus gefüllt und die Erwartungen der Investoren entsprechend hoch.
Doch selbst die stärksten Trends verlaufen nicht geradlinig. Nach dem Rekordhoch Anfang 2026 setzte eine scharfe Korrektur ein. Die Aktie verlor innerhalb weniger Monate fast die Hälfte ihres Wertes und fiel zuletzt bis in den Bereich von 1.000 Euro zurück.
Während viele Anleger den Kursrutsch als Beginn eines langfristigen Abwärtstrends interpretieren, liefert die Elliott-Wellen-Theorie aktuell ein positives Bild.
Im Tageschart lässt sich die gesamte Abwärtsbewegung seit dem Hoch Anfang 2026 als nahezu vollständiger fünfteiliger Impuls zählen.
Nach einer ersten Verkaufswelle folgte zunächst eine Gegenbewegung bis Anfang März. Anschließend beschleunigte sich der Abverkauf deutlich und führte die Aktie in einer ausgeprägten dritten Welle massiv nach unten. Die darauffolgende Erholung bildete die vierte Welle aus, bevor die Kurse zuletzt nochmals deutlich nachgaben und den Bereich um 1.000 Euro erreichten.
Mit diesem Rückgang könnte die fünfte und abschließende Impulswelle nun beendet worden sein.
Nach den Regeln der Elliott-Wellen-Theorie folgt auf einen abgeschlossenen Fünferimpuls häufig eine dreiteilige ABC-Korrektur in die Gegenrichtung. Genau dieses Szenario zeigt die aktuelle Projektion.
Zunächst wäre eine Erholung in Richtung 1.300 Euro denkbar. Anschließend könnte eine Welle (B) nochmals Druck auf den Kurs ausüben, bevor eine größere Aufwärtsbewegung der Welle (C) startet.
Als erstes Ziel dient die Fibonacci-Retracement-Zone zwischen 1.370 Euro und 1.597 Euro. Dort verlaufen das 38,2-Prozent- sowie das 61,8-Prozent-Retracement der gesamten Abwärtsbewegung.
Sollte die Erholung darüber hinaus Dynamik entwickeln, rückt anschließend sogar das markante Doppelhoch aus Februar und März 2026 bei 1.763 Euro wieder in den Fokus.
Im positiven Szenario markiert das Tief bei knapp unter 1.000 Euro das Ende der gesamten Korrekturbewegung. Die Aktie startet anschließend eine klassische ABC-Erholung.
In diesem Fall wären zunächst Kurse zwischen 1.370 Euro und 1.597 Euro realistisch. Dies entspricht einem Potenzial von rund 37 bis 60 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Gelingt anschließend der Ausbruch über diese Zone, könnte sogar das Doppelhoch bei 1.763 Euro erneut angelaufen werden. Das entspräche einem Kurspotenzial von rund 77 Prozent.
Zuletzt sorgten Medienberichte über Herausforderungen im Marine- und Schiffbaugeschäft für Diskussionen. Sollten sich Verzögerungen bei Projekten, operative Schwierigkeiten oder Margendruck stärker als erwartet auswirken, könnte dies die aktuelle Erholungsthese belasten.
Charttechnisch würde insbesondere ein nachhaltiger Rückfall unter 900 Euro kritisch werden. In diesem Fall wäre die aktuelle Elliott-Wellen-Zählung eines abgeschlossenen Fünferimpulses nicht mehr haltbar.
Dann müsste davon ausgegangen werden, dass die laufende Welle (5) noch nicht beendet ist und sich weiter nach unten ausdehnt.
Als nächstes Kursziel käme in diesem Fall der Bereich um 740 Euro in Betracht. Dort verläuft die Projektion einer erweiterten fünften Welle und gleichzeitig eine wichtige langfristige Unterstützungszone.
Fundamental präsentiert sich Rheinmetall weiterhin in robuster Verfassung. Das Unternehmen profitiert von einem historisch hohen Auftragsbestand, der inzwischen deutlich über einem Jahresumsatz liegt. Die operative Marge konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert werden und der freie Cashflow entwickelte sich trotz hoher Investitionen positiv.
Die Bilanz weist weiterhin eine solide Kapitalstruktur auf. Die Nettoverschuldung bleibt im Verhältnis zur Ertragskraft beherrschbar und bietet ausreichend finanziellen Spielraum für Kapazitätserweiterungen und Akquisitionen.
Die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am 06. August 2026 wird von Investoren mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Neben dem Auftragseingang stehen vor allem Aussagen zur Produktionsausweitung, zur Margenentwicklung und zum Ausblick für die kommenden Jahre im Fokus.
Trading-Idee
Einstieg: Bereich um 1.000 Euro
Stop-Loss: 900 Euro
Erstes Kursziel: 1.597 Euro
Chance: +60 Prozent
Risiko: -10 Prozent
Chance-Risiko-Verhältnis: ca. 6:1
Erweitertes Kursziel: 1.763 Euro (+77 Prozent)
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