BERLIN (dpa-AFX) - Die Linke will den geplanten Einstieg in die Kapitalrente unbedingt verhindern. Das sei ein Systembruch, sagte Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek der Deutschen Presse-Agentur. "Die gesetzliche Rente wird aufgebrochen und die Menschen gezwungen, mit ihrem Lebensabend Lotto zu spielen. Denn wie sich der Markt entwickelt, weiß niemand - sicher ist hier gar nichts mehr."
Kritik übte sie daran, dass ein staatlicher Rentenfonds auch gewinnbringend in Wohnraum und Pflege investieren würde. "Das Versprechen einer Rendite-basierten Rente wird nur dann aufgehen, wenn Unternehmen fette Profite auf Kosten der Mehrheit machen, egal in welchem Lebensbereich", sagte Reichinnek.
Das ganze Rentenpaket der Regierung verdiene "Widerstand im Parlament und auf den Straßen", sagte die Linken-Politikerin und setzte das Modell ihrer Partei dagegen. "Wir brauchen ein Rentensystem, in das alle Erwerbstätigen einzahlen und bei dem die Beitragsbemessungsgrenzen erhöht werden, damit vor allem Menschen mit hohen Einkommen ihren fairen Beitrag leisten."
Für die von der Rentenkommission entworfene Kapitalrente sollen mittelfristig jeweils zwei Prozentpunkte des von Arbeitgebern und Arbeitnehmern hälftig finanzierten Rentenbeitrags über einen Fonds an den Finanzmärkten angelegt werden. Das soll das Rentensystem langfristig stabilisieren. Befürworter argumentieren, die Renditen an den Kapitalmärkten seien trotz zeitweiliger Schwankungen stabil. Ein Vorteil sei auch, dass auf diese Weise Kapital für Unternehmen mobilisiert werde./vsr/DP/zb