HALLE (dpa-AFX) - Interessierte Bürgerinnen und Bürger in 80 großen Städten Deutschlands können einsehen, wie die Wärmewende vor Ort umgesetzt werden soll. Laut Daten des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle haben alle mit über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ihre Wärmeplanung abgeschlossen und veröffentlicht oder stehen kurz davor. Somit haben die großen Städte eine nun auslaufende gesetzlich vorgesehene Frist eingehalten.
"Das ist eine riesige Neuigkeit", sagte der Leiter des Kompetenzzentrums, Robert Brückmann, der Deutschen Presse-Agentur. Seinen Angaben nach sind die Wärmepläne der Kommunen unter anderem online zu finden. Die Inhalte werden meist durch weiterführende Informationen ergänzt, häufig gebe es auch Informationsveranstaltungen und Kontakte zu Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die bei konkreten Fragen aushelfen.
Was soll bei mir vor der Haustür passieren?
So können die Einwohnerinnen und Einwohner sehen, was in der Zukunft in ihrem Wohnumfeld in Sachen Wärmewende passieren soll. In den Wärmeplänen sind unter anderem Gebiete gekennzeichnet, in denen zum Beispiel bauliche Veränderungen geplant sind.
Nach 2045 soll Wärme nicht mehr mit Erdgas und Öl produziert werden. Der kommunale Wärmeplan wurde Anfang 2024 gesetzlich zur Pflicht. Während für Städte mit mehr als 100.000 Menschen eine Frist bis Ende Juni 2026 festgelegt wurde, haben mittelgroße und kleine Städte und Gemeinden noch bis Ende Juni 2028 Zeit, einen Wärmeplan vorzulegen. Unter den kleineren Städten sind nach Angaben des KWW viele, die entweder aktiv am Wärmeplan arbeiten oder bereits fertig sind.
KWW erwartet etwa 7.000 Pläne
Den Angaben nach gibt es in Deutschland insgesamt rund 10.7000 Gemeinden. Das KWW rechnet damit, dass es deutschlandweit insgesamt rund 7.000 Wärmepläne geben wird, weil sich einzelne Kommunen in der Planung zusammenschließen. Im kommenden Jahr will das Kompetenzzentrum die Daten aus den Wärmeplänen dann sammeln und bündeln. Das KWW ist Teil der Deutschen Energie-Agentur./ija/DP/zb