BERLIN (dpa-AFX) - Mehr als die Hälfte der Deutschen traut der geplanten Rentenreform der Bundesregierung einer Umfrage zufolge nicht zu, die Alterssicherung langfristig zu stabilisieren. Im ARD-"Deutschlandtrend" von Infratest dimap erwarten 52 Prozent nicht, dass die vollständige Umsetzung der Vorschläge einer Expertenkommission die Rente zukunftsfester macht. 35 Prozent glauben, dass dies gelingen wird.
Auf besonders große Zustimmung stößt der Plan, Selbstständige, Politiker und Vorstände von Aktiengesellschaften in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. 84 Prozent halten das für richtig, 11 Prozent lehnen den Vorschlag ab.
Mehrheit gegen Abschaffung der Rente mit 63
Mehrheitlich unterstützt wird auch eine kapitalgedeckte Zusatzrente mit leicht höheren Beiträgen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. 56 Prozent bewerten das als richtigen Weg, 32 Prozent als falsch.
Dagegen stoßen eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung und die Abschaffung der Rente mit 63 auf Ablehnung. 63 Prozent sind gegen ein höheres Renteneintrittsalter bei steigender Lebenserwartung, 70 Prozent lehnen die Abschaffung der Rente mit 63 ab.
Sorgen vor Geldproblemen im Alter
Knapp die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) macht sich große oder sehr große Sorgen vor Geldproblemen im Alter. Noch größer sind die Sorgen um den Wirtschaftsstandort Deutschland: 78 Prozent äußern hier große oder sehr große Bedenken.
Für den ARD-"Deutschlandtrend" befragte Infratest dimap vom 29. Juni bis 1. Juli 1.317 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland telefonisch und online. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ./lig/DP/jha