(neu: Bundeswirtschaftsministerin Reiche)
GILCHING (dpa-AFX) - Der durch den Ukraine-Krieg bekannt gewordene deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems hat in seiner bislang größten Finanzierungsrunde 1,2 Milliarden Dollar eingeworben. Das ist mehr Geld als zuvor in den elf Jahren seit der Gründung des Start-ups 2015.
Das Geld soll vorrangig in die technische Entwicklung fließen, mit einem Schwerpunkt auf der "Mosaic " getauften Steuerungssoftware für unbemannte Systeme. Die Bewertung des im Münchner Vorort Gilching ansässigen Unternehmens hat sich nach Angaben des Vorstands bei einer Videopressekonferenz nunmehr auf acht Milliarden Dollar verdoppelt.
"Stolzer Moment"
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nannte die Entwicklung des Jungunternehmens "eine beeindruckende deutsche Gründergeschichte". Gründer und Co-Vorstandschef Florian Seibel sprach von einem "stolzen Moment", der zeige, dass nicht nur US-Unternehmen derart große Summen einwerben könnten.
Quantum Systems stellt sowohl militärisch als auch zivil nutzbare Drohnen für Luft und Land her, erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 300 Millionen Euro und ist nach Unternehmensangaben profitabel. Eingesetzt werden Quantum-Drohnen unter anderem von den ukrainischen Streitkräften im Abwehrkrieg gegen Russland. In der Entwicklung sind derzeit auch Über- und Unterwasserdrohnen.
Quantum Systems soll eines Tages 100 Milliarden Dollar wert sein
Insgesamt hat das Unternehmen nach Angaben von Finanzvorstand Jonas Jarosch seit seiner Gründung zwei Milliarden Dollar Investorengeld eingeworben. Co-Chef Seibel ließ offen, ob Quantum Systems einen Börsengang anstrebt.
Der Quantum-Gründer will den Einstieg in weitere Technologiefelder wie die Robotik prüfen und verfolgt extrem ehrgeizige Pläne: Quantum sei eines der wenigen Start-ups, "aus dem hoffentlich eines Tages ein deutsches, ein europäisches 100-Milliarden-Dollar-Unternehmen werden kann", sagte der frühere Bundeswehroffizier und Hubschrauberpilot./cho/DP/jha