OMSK (dpa-AFX) - Ukrainische Drohnen haben die mehr als 2.400 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernte sibirische Industriestadt Omsk angegriffen. "Einigen Drohnen gelang es, das nördliche Industriegebiet von Omsk zu erreichen", teilte der Gouverneur des Gebiets Omsk, Witali Chozenko, bei Telegram mit. Demnach gab es Schäden. In ukrainischen Telegramkanälen kursierten Videos, auf denen Drohnen die nördlich von Omsk liegende Erdölraffinerie anfliegen. Augenzeugen dokumentierten auch einen Brand in der Anlage. Die Raffinerie in Omsk ist die größte in ganz Russland mit einer Verarbeitungskapazität von mehr als 20 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Behörden schlossen wegen des Luftalarms den Flughafen in Omsk.
Ukrainischer Generalstab bestätigt Angriff
Der Generalstab in Kiew bestätigte die Attacke. "Heute wurde von den Spezialeinsatzkräften der Armee die Erdölraffinerie in Omsk beschädigt", teilte der Stab in sozialen Netzwerken mit. Demnach überwanden die ukrainischen Kampfdrohnen eine Distanz von mehr als 2.500 Kilometern. Nach vorläufigen Angaben wurde eine Anlage mit einer Verarbeitungskapazität von 8,4 Millionen Tonnen Erdöl im Jahr getroffen.
Alarm auch in Nowosibirsk
Auch in der sibirischen Region Nowosibirsk, über 3.000 Kilometer von der Ukraine entfernt, wurde am Abend (Ortszeit) erstmals Drohnenalarm ausgelöst. Die Bewohner wurden von den Behörden aufgefordert, zu Hause zu bleiben und möglichst Schutzräume aufzusuchen. Der Betrieb am Flughafen von Nowosibirsk wurde vorübergehend eingestellt. Weitere Angaben zu der Bedrohung wurden nicht gemacht.
Ukraine führt Luftkrieg gegen russische Raffinerien
Seit mehreren Wochen greift die Ukraine mit ihren weitreichenden Drohnen systematisch russische Raffinerien an. Infolgedessen wurde in den meisten russischen Regionen Treibstoff knapp. Tankstellen geben Sprit nur noch in begrenzten Mengen ab.
Im Juni kündigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Drohnenschläge gegen Ziele an, die mehr als 3.000 Kilometer von der Ukraine entfernt sind. Kiew wehrt sich seit Februar 2022 gegen die von Russland betriebene Invasion./ast/DP/jha