Im wieder deutlich freundlicheren Marktumfeld legt die Nordex-Aktie am Donnerstag wieder deutlich zu. Nach den kräftigen Verlusten der vergangenen Tage scheint damit noch oberhalb der 40-Euro-Marke die Wende zu gelingen. Auslöser für den Kurssprung sind die Auftragszahlen zum zweiten Quartal, die unerwartet gut ausgefallen sind.
Nordex hat ohne Servicegeschäft im zweiten Quartal neue Aufträge über 3,05 Gigawatt Leistung erhalten. Das sind 32,2 Prozent mehr als die 2,31 Gigawatt vor einem Jahr. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres waren es mit 1,87 Gigawatt deutlich weniger. Dennoch ist der Auftragseingang im ersten Halbjahr nun fast zehn Prozent stärker als im Vorjahr. Erfreulich auch: Der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) war mit 0,97 Euro Millionen Euro je Megawatt Leistung deutlich höher als noch im Auftaktquartal, als es 0,91 Millionen Euro waren – der ASP erreichte damit wieder den starken Wert des Vorjahres.
Insgesamt wurden 496 Windkraftanlagen für Projekte in zehn Ländern bestellt. Besonders stark war die Nachfrage im deutschen Heimatmarkt, in der Türkei und in den USA. Die Politik Donald Trumps, der als erbitterter Gegner der Windkraft gilt, scheint Nordex bislang also noch nicht so stark zu treffen.
Der Auftragseingang habe die Erwartungen übertroffen, ordnet Berenberg-Experte Richard Dawson die Zahlen in einer ersten Einschätzung ein. Deutschland dürfte ein wesentlicher Treiber bleiben und auch das US-Geschäft einen noch zunehmenden Beitrag leisten. Er beziffert das Kursziel für die Nordex-Aktie auf 57 Euro und stuft weiter mit „Buy“ ein.