BERLIN (dpa-AFX) - Die Grünen warnen die Bundesregierung davor, die deutsche Automobilindustrie mit Unsicherheit und schlechten Rahmenbedingungen auszubremsen. Deutschland dürfe hier nicht die gleichen Fehler machen, die einst zur Schwächung der deutschen Solarbranche und zum Boom dieser Industrie in China geführt hätten, mahnt die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner.
"Während die Beschäftigten in Wolfsburg und an anderen deutschen Autostandorten mit wachsender Sorge in die Zukunft blicken, tut die Bundesregierung viel zu wenig dafür, unseren Heimatmarkt zu stärken, die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu sichern", kritisiert die Grünen-Chefin. Stattdessen verliere sich die schwarz-rote Koalition "in populistischen Retro-Debatten um den Verbrenner".
Keine Förderung für chinesische E-Autos
Die drohenden Werkschließungen bei VW sollten aus ihrer Sicht ein Weckruf sein. Die Co-Parteivorsitzende sagt: "Es braucht eine konzertierte Runde der Sozialpartner, der Länder und der Bundesregierung zur Zukunft der Automobilbranche." Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sollte dazu einladen. Notwendig sei auch ein klares Bekenntnis zur E-Mobilität. Die E-Auto-Förderung sollte so schnell wie möglich auf europäische Hersteller begrenzt werden. "Wenn wir nicht wollen, dass unsere Steuergelder an chinesische Wettbewerber von VW fließen, darf "Buy European" keine Politfloskel bleiben."/abc/DP/stk