BRÜSSEL (dpa-AFX) - Das belgische Finanzinstitut Euroclear, das den Großteil der in Europa festgesetzten Vermögenswerte der russischen Zentralbank verwaltet, hat vor einem russischen Gericht eine Niederlage erlitten. Die Berufung gegen ein Urteil zugunsten der russischen Zentralbank wurde abgewiesen, wie aus dem Halbjahresbericht des in Brüssel ansässigen Finanzdienstleisters hervorgeht.
Mit dem Urteil war Euroclear im Mai zu 18,17 Billionen Rubel (umgerechnet etwa 200 Milliarden Euro) Schadenersatz verurteilt worden. Gegen diese Entscheidung legte Euroclear Berufung ein. "Euroclear erkennt die Zuständigkeit des Gerichts nicht an, und solche Ansprüche werden nach EU-Recht nicht anerkannt", hieß es weiter.
Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind in der EU Vermögenswerte der russischen Zentralbank festgesetzt, der größte Teil davon wird von Euroclear verwaltet. Ende Juni 2026 entfielen 202 Milliarden Euro der Bilanzsumme des Instituts auf sanktionierte russische Vermögenswerte, wie es hieß.
Als Folge der Sanktionen und Gegenmaßnahmen ist Euroclear mit mehreren Verfahren vor russischen Gerichten konfrontiert - darunter einer Klage der russischen Zentralbank im Zusammenhang mit der Einfrierung.
Das Institut teilte weiter mit: "Im Einklang mit seinem Bekenntnis zur Wahrung der Marktstabilität, der Rechtsstaatlichkeit und der Verteidigung der Interessen seiner Kunden wird Euroclear seine Interessen weiterhin verteidigen, unter anderem vor belgischen Gerichten."/rdz/DP/men