FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Tag der nächsten Zinsentscheidung in der Eurozone dürfte der Dax zunächst etwas schwächer in den Handel starten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund zwei Stunden vor dem Xetra-Start auf 25.115 Punkte, was im Vergleich zum Vortagsschluss einem Abschlag von 0,2 Prozent bedeuten würde. Er würde sich damit aber über der 21-Tage-Linie behaupten, die aktuell bei 25.086 Zählern verläuft.
Steigende Ölpreise wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg bleiben ein Problem für die Märkte. Hinzu kommt, dass die nach US-Börsenschluss vorgestellten Zahlen großer US-Konzerne die Anleger nicht überzeugten - obwohl der Internetriese Alphabet im vergangenen Quartal die Wall-Street-Erwartungen übertroffen hat. Da Googles Mutterkonzern noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur stecken will, kam die Aktie nachbörslich unter Druck. In Asien allerdings profitierten Chipwerte davon.
Die Augen werden nun auf die Europäische Zentralbank gerichtet, die ihren Leitzins an diesem Donnerstag voraussichtlich bestätigen wird. "Die Notenbank hat keinen Grund, sich heute festzulegen - und genau darin liegt ihre größte Stärke", glaubt der Portfoliomanager Jörg Held vom Fondsanbieter Ethenea. Mit großer Spannung werden die Signale für die nächste Sitzung im September erwartet, für die viele Ökonomen von einer erneuten Leitzinserhöhung ausgehen. Laut Held spricht die Datenlage "für ein Umfeld, in dem Geduld gefragt ist."/tih/mis