PRETORIA (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul hat sich zurückhaltend zum Atomdeal zwischen den USA und Saudi-Arabien geäußert und die Einbeziehung der Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien gefordert. "Jedem Mitgliedstaat des Atomwaffensperrvertrages steht die friedliche Nutzung der Nuklearenergie frei", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem südafrikanischen Kollegen Ronald Lamola in Pretoria auf eine Frage zu dem möglichen Abkommen zwischen Washington und Riad.
Mit Blick auf jüngste Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der das Abkommen überraschend von einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Israel abhängig gemacht hatte, ergänzte Wadephul, die Bundesregierung werde sich in den nächsten Tagen "noch einmal sehr genau anschauen, worin das Vorhaben besteht und welche konkreten Maßnahmen dort ergriffen werden".
Wadephul: IAEA muss Verifikationsaufgaben nachkommen können
Wadephul sagte mit Blick auf Saudi-Arabien, es gelte, den Rechtspflichten unter dem Atomwaffensperrvertrag und der jeweiligen Sicherungsvereinbarung nachzukommen. Für die Bundesregierung sei vordringlich, dass die IAEA "ihren wichtigen Verifikationsaufgaben" auch mit Saudi-Arabien nachkommen könne, wenn es dort weitere Programme geben sollte.
US-Energieminister Chris Wright hatte betont, die Vereinbarungen würden höchste Sicherheitsstandards gewährleisten und auch sicherstellen, dass keine Atomwaffen verbreitet werden./bk/DP/jha