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6 Themen, die am Mittwoch für Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ein iranischer Vergeltungsangriff auf US-Basen im Irak schürt am Mittwoch-Morgen erneut die Angst vor einer weiteren Eskalation und einem möglichen neuen Krieg im Nahen Osten. Die gestrige Erholung des DAX +1,15% dürfte sich also als Strohfeuer erweisen. Damit hat der Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Finanzmärkte weiter fest im Griff.

Vor Xetra-Handelsstart wurde der deutsche Leitindex DAX mit 13.150 Punkten taxiert und damit 0,6 Prozent schwächer als am Vortag. Dass die Märkte nicht noch stärker unter Druck stehen, zeigt laut Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank, dass Anleger offenbar nicht mit einer weiteren Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran rechneten. - Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse nehmen.

Iran-Konflikt

Das Pentagon bestätigte Attacken auf die vom US-Militär genutzten Stützpunkte Ain al-Assad westlich von Bagdad und im nördlich gelegenen Erbil in der Nacht zum Mittwoch. Die im Irak stationierten US-Soldaten wurden vor dem iranischen Raketenangriff einem Medienbericht zufolge gewarnt. Dank eines frühzeitigen Alarms hätten diejenigen im Gefahrenbereich Zeit gehabt, sich in Schutzbunkern in Sicherheit zu bringen, berichtete CNN unter Berufung auf einen Angehörigen des US-Militärs.

Der Iran bezeichnete die Raketenangriffe als "Akt der Selbstverteidigung" nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftschlag. Kurz darauf stürzte nahe Teheran ein ukrainisches Passagierflugzeug mit über 170 Insassen ab, die Rettungskräften zufolge allesamt ums Leben kamen. Ob es einen direkten Zusammenhang mit der militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran gibt, ist noch offen.

Nach der militärischen Eskalation in der Nacht reagierte vor allem das als sicherer Hafen geltende Edelmetall Gold: Der Preis zog zeitweilig um rund 40 Dollar auf 1.611 US-Dollar an. Zuletzt kam der Goldpreis wieder auf 1.587 Dollar zurück. Zehnjährige US-Papiere stiegen zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember. Auch die Ölpreise zogen wieder an.

Vorgaben aus den USA

Nach einem recht sorglosen Vortag haben sich die Wall-Street-Anleger am Dienstag wieder etwas zurückgezogen. Die Krise zwischen den USA und dem Iran löst weiterhin Unbehagen aus. Der Leitindex Dow Jones Industrial +1,44% verlor 0,4 Prozent auf 28.583 Punkte.

Vorgaben aus Fernost

Die Angst vor einer weiteren Eskalation der Lage im Nahen Osten infolge eines iranischen Raketenangriffs auf US-Basen im Irak hat am Mittwoch auch die Stimmung an den Börsen Asiens belastet. Der japanische Leitindex Nikkei +0,93% schloss mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 23.204 Punkte. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen und der Hang Seng -1,94% in Hongkong sanken um jeweils mehr als ein Prozent.

Konjunkturdaten

Um 8 Uhr meldete die deutsche Industrie ihren Auftragseingang aus dem November. Die Schwächephase in der deutschen Industrie nimmt demnach kein Ende. Im November mussten die Industrieunternehmen überraschend einen Dämpfer einstecken. Im Monatsvergleich sei die Zahl der neuen Aufträge um 1,3 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamts am Mittwoch in Wiesbaden mit. Ausschlaggebend war eine schwache Entwicklung bei Großaufträgen.

Um 14.15 Uhr sind die Augen auf den US-Arbeitsmarktbericht von ADP gerichtet. Er zeigt an, wie viele Jobs die Privatwirtschaft geschaffen hat. Das amerikanische Energieministerium veröffentlicht den Ölbericht um 16.30 Uhr.

Unternehmens-News

Auf Unternehmensseite nachrichtlich stark bewegt waren am Morgen die vorbörslich etwa fünf Prozent schwächeren Aktien von Deutsche Euroshop. Der auf Einkaufszentren spezialisierte Immobilien-Investor Deutsche Euroshop -0,40% hat vor hohen Bewertungsverlusten vor Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr gewarnt.

Lufthansa-Aktien +0,93% verloren auf der Handelsplattform Tradegate gut ein Prozent. Sie litten vor allem unter den etwas höheren Ölpreisen. 

Wirecard -1,67% und der US-Mobilfunk-Betreiber Sprint haben auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas angekündigt, künftig im Bereich mobile Zahlungssysteme über das Internet zusammen zu arbeiten und so die digitale Transformation des Handels voran zu treiben. Bei der Zusammenarbeit soll Wirecards digitale Finanztechnologie in die Internet of Things (IoT) Plattform von Sprint integriert werden. Die Wirecard-Aktie zeigte sich vorbörslich dennoch abgeschwächt.

Ansonsten gibt es noch zahlreiche Analystenkommentare, die potenziell die Kurse bewegen könnten. Im DAX gab es von der Credit Suisse eine Umstufung auf "Outperform" für die Aktien von Covestro +0,54%, während die Papiere von BASF ±0,00% im Gegenzug von den Schweizern auf "Neutral" gesenkt wurden.

Für Henkel +1,19% wiederum gaben die Experten von HSBC ihre bisherige Kaufempfehlung auf. Eine Commerzbank-Studie über Konkurrenzdruck für Varta -0,10% hat die Aktien des Batterieherstellers am Mittwochmorgen belastet. Sie fielen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um über zwei Prozent.

Treffen von Ursula von der Leyen und Boris Johnson

Drei Wochen vor dem geplanten Brexit reist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute zum britischen Premierminister Boris Johnson nach London. Bei einem Gespräch in der Downing Street ab 16 Uhr soll es um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union am 31. Januar und die kommenden knapp zwölf Monate gehen. Bis Ende 2020 sollen die künftigen Beziehungen zwischen London und Brüssel geklärt sein. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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