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6 Themen, die am Montag für DAX-Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie schlägt zum Wochenstart nun doch stärker auf die Finanzmärkte durch. Vorbörslich signalisiert der DAX -0,47% am Montag ein Minus von 1,9 Prozent auf 13.320 Punkte.

"Der eine Markt, der immer noch denkt, er könne ungeachtet der Makro-Fundamentaldaten über Wasser laufen, ist der Aktienmarkt, insbesondere der in den USA", hatte der Chefvolkswirt der italienischen Unicredit Bank, Erik Nielsen gewarnt.

Nun aber steigt die Unsicherheit an den Finanzmärkten spürbar. Der Goldpreis zog an und die Ölpreise gerieten übers Wochenende stärker unter Druck. "Wir sehen noch keine Panik an den Börsen. Bei den heutigen Verkäufen sind aber viele Angstverkäufe dabei", schrieb Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Die Kombination aus ohnehin hohen Bewertungen und dem Coronavirus ist im Moment ein gefährlich giftiger Cocktail für die Aktienmärkte", fuhr der Experte fort.

Coronavirus breitet sich weiter aus

Die Zahl der Toten durch das Coronavirus steigt weiter. Die Gesundheitskommission berichtete am Montag in Peking weitere 150 neue Covid-19-Todesfälle in China - so viele wie noch nie innerhalb eines Tages. Weltweit sind nach offiziellen Zahlen bis Montag-Morgen 79.360 Menschen infiziert, 2.619 Patienten sind gestorben, über 25.000 zuvor Infizierte gelten als geheilt.

Wegen der starken Auswirkungen auf die Wirtschaft kündigte Chinas Staatschef Xi Jinping eine aktivere Haushaltspolitik und Hilfen wie Steuererleichterungen besonders für kleine und mittelgroße Unternehmen. Auch deutete der Präsident eine Lockerung der Geldpolitik an. Viele Betriebe stehen still.

In Südkorea entwickelt sich gerade ein größerer Ausbruch. Dort wurden innerhalb 24 Stunden 161 Infektionen neu entdeckt. Damit gibt es dort schon 763 Ansteckungen und sieben Todesfälle.

In Europa ist Italien mit 157 Infektionen am schwersten betroffen. Mit drastischen Maßnahmen wie Sperrzonen versucht die Regierung die rasante Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Mehrere Gemeinden in Norditalien wurden abgeriegelt, damit das Virus nicht auf die Wirtschaftsmetropole Mailand, das Touristenzentrum Venedig und andere Regionen übergreift.

IWF senkt Wachstumsprognose für China

Der Internationale Währungsfonds senkte wegen der Auswirkungen der Lungenkrankheit nun die Wachstumsprognose für China – ein Land von immenser Bedeutung für das globale Wirtschaftswachstum. Mit Blick auf Deutschland gehen Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute mittlerweile davon aus, dass die Folgen der Viruskrise eine Konjunkturerholung verzögern könnten.

Die ersten wirtschaftlichen Folgen würden mittlerweile durch Angebotsengpässe in einigen Industrien sichtbar, erklärte Unicredit-Experte Nielsen. Dieser Angebotsschock – und zum Teil auch Nachfrageschock – treffe eine Weltwirtschaft, die sich bereits gegen Ende 2019 hin etwas träger gezeigt habe. Hinzu komme, dass Notenbanken und Regierungen gerade auf Angebotsschocks nur begrenzt mit Stimuli reagieren können.

Vorgaben aus Asien

Kursverluste wegen des Coronavirus haben zum Wochenbeginn das Bild an den fernöstlichen Börsen geprägt. Besonders heftig fielen diese am Montag im südkoreanischen Seoul aus, wo der Leitindex Kospi um fast vier Prozent absackte. Die südkoreanischen Gesundheitsbehörden haben zwei weitere Todesfälle in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Zudem sei die Zahl der mit dem Erreger infizierten Menschen um 161 gestiegen.

"Investoren sorgen sich um die Zunahme von Infizierten außerhalb Chinas", sagte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Es habe den Anschein, als hätten Anleger mit ihren jüngsten Schnäppchenkäufen zu voreilig den Sieg über das Virus erklärt. Die Belastungen für die globale Wirtschaft könnten sich nun doch als dramatischer erweisen als angenommen. Anleger flüchteten sich in Gold als sichere Anlage, während der konjunktursensible Ölpreis unter Druck gerate.

Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen verlor zuletzt 0,38 Prozent auf 4.133,54 Punkte. Der Hang Seng -0,44% in Hongkong büßte mit 1,63 Prozent auf 26.866,37 Zähler deutlich mehr ein und rutschte auf den tiefsten Stand seit fast drei Wochen. In Tokio wurde wegen eines Feiertages nicht gehandelt.

Vorgaben aus den USA

Aktien sind am Freitag an der Wall Street von Anlegern weiter abgestoßen worden. Der Dow Jones Industrial -1,69% setzte seinen Negativtrend vom Vortag wegen der Sorgen um den Coronavirus fort, indem er 0,8 Prozent auf 28.992 Punkte einbüßte. Damit fiel der Leitindex wieder unter die Marke von 29.000 Punkten zurück. Im Laufe der Woche hat er damit 1,4 Prozent verloren.

Aus Sorge vor einer internationalen Ausbreitung des Virus ging es auch am breiteren Markt weiter bergab, wie der S&P 500 ±0,00% mit einem Rücksetzer um 1,1 Prozent auf 3.337 Zähler zeigte. Besonders groß blieb der Druck aber wie schon am Vortag im Technologiesektor, da er als eng verflochten mit den Märkten in Fernost gilt. Der von diesen Aktien geprägte Auswahlindex Nasdaq 100 -1,41% rutschte um 1,9 Prozent auf 9.446,69 Punkte ab.

Belastend kam noch die überraschende Nachricht hinzu, dass ein vom Marktforschungsinstitut Markit erhobener Einkaufsmanagerindex überraschend eine schrumpfende Aktivität im US-Dienstleistungssektor signalisierte. Am Markt wurde danach befürchtet, dass die Viruskrise vielleicht doch größere Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft haben könnte als bisher gedacht.

Sixt-Leasing stellen sich gegen den Trend

Die Aktien von Sixt Leasing haben sich zu Wochenbeginn vorbörslich gegen den sehr schwach erwarteten Gesamtmarkt gestemmt. Die Aktien zogen auf der Handelsplattform Tradegate um 5,5 Prozent auf 18,80 Euro an. Der Autovermieter Sixt trennt sich komplett von der 2015 an die Börse gebrachten Tochter. Das Aktienpaket im Umfang von 41,9 Prozent geht für 18 Euro je Aktie an die Hyundai Capital Bank Europe, ein Gemeinschaftsunternehmen des Autoherstellers Hyundai und der Bank Santander.

Die Meldung komme zwar wie erwartet, nachdem bereits Mitte letzter Woche entsprechende Verhandlungen bekannt geworden waren, sagte ein Händler. Positiv sei aber, dass Sixt der Vereinbarung zufolge nun auch noch die geplante Dividende von 0,90 Euro auf jede Aktie zusätzlich bekommen soll, wenn der Verkauf noch vor der ordentlichen Hauptversammlung zustande kommt.

Wichtige Termine der Berichtssaison

Auf Unternehmensseite setzt sich in der neuen Woche die Berichtssaison fort. Vor allem aus der zweiten Reihe werden Quartalsbilanzen und Ausblicke veröffentlicht. Doch auch drei DAX-Unternehmen präsentieren ihre Jahreszahlen: Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re sowie Bayer und BASF . Die beiden Chemiekonzerne hatten erst vor kurzem wegen eines ersten millionenschweren Schadenersatzurteils zum Unkrautvernichter Dicamba in den USA Aufmerksamkeit erregt. Weitere dürften folgen. Insbesondere für Bayer bedeutet dies zusätzlich Ungemach, denn in den USA sind nach wie vor Tausende von Glyphosat-Prozessen anhängig. Zur Zahlenvorlage am Donnerstag werden diese Themen daher verstärkt im Fokus stehen.

Spannend könnten aus der zweiten Reihe auch die Quartalsbilanzen und Ausblicke der Maschinenbauer Dürr und Aixtron sein. Am Donnerstag dürfte zudem Thyssenkrupp im Zuge der Aufsichtsratssitzung des Industriekonzerns erneut im Blick stehen. Erwartet wird eine Entscheidung zur Aufzugsparte, die Thyssen vollständig oder zumindest mehrheitlich losschlagen will.

Mit Material von dpaAFX.
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