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7 Themen, die am Mittwoch für DAX-Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Furcht vor den Folgen der weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verstärkt den Druck auf den deutschen Aktienmarkt. Auch nach seinem Vortagesrutsch auf das tiefste Niveau seit Oktober 2019 zeichnet sich am Mittwoch für den DAX -0,47% erst einmal keine Erholung ab. Vor Xetra-Handelsstart wurde der Leitindex 0,9 Prozent tiefer taxiert bei 12.670 Punkten.

Damit rückt die 200-Tage-Linie bei 12.635 Punkten immer näher. Sie gilt als Indikator für den längerfristigen Trend. Letztmals lag der Dax Ende August 2019 unter dieser Linie. Der EuroStoxx 50 -0,95% als Leitbarometer der Eurozone wird derweil ebenfalls schwächer erwartet. "Et hett net joot jejange", sagte David Iusow vom Broker IG Markets in Anspielung auf das rheinische Grundgesetzt "Et hett noch emmer joot jejange". - Folgende Themen könnten am Mittwoch Einfluss auf die Kurse nehmen. 

Coronavirus

In zwei deutschen Bundesländern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, sind erstmals Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Der Zustand des Patienten in NRW war laut Behörden kritisch, er liegt im Uni-Klinikum Düsseldorf. Der Patient in Baden-Württemberg, ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Göppingen, war mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt, nachdem er von einer Mailand-Reise zurückkehrte.

Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie in Italien, wo  derzeit 322 Menschen infiziert sind, meldeten immer mehr europäische Staaten Nachweise des Erregers. Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz berichteten von Covid-19-Fällen. Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa wurde nach einer bestätigten Erkrankung ein großes Hotel mit rund 1.000 Touristen - darunter auch Deutsche - praktisch unter Quarantäne gestellt. Italien fürchtet durch die Viruskrise den Sturz in die Rezession.

Die Zahl der Todesopfer und Infizierten durch die Lungenkrankheit Covid-19 ist auch in China erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Mittwoch mitteilte, kamen weitere 52 Menschen durch das neuartige Coronavirus ums Leben. Die Gesamtzahl der Opfer in China stieg damit auf 2.615. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte um fast 500 auf über 78.064. Sämtliche neuen Todesfälle und fast alle neuen Infektionen wurden aus der besonders betroffenen Provinz Hubei gemeldet, wo das Virus in der Millionenmetropole Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. Auf den Rest des Landes entfielen nur noch fünf neue Infektionen.

Außerhalb Chinas ist Südkorea am stärksten betroffen. Dort wurden 1.146 Infizierte gezählt. Weltweit stieg die Zahl der angesteckten Menschen auf über 81.000, von denen aber über 30.000 bereits als geheilt gelten. Die US-Regierung will für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus 2,5 Milliarden Dollar bereitstellen. Das Virus sei in den USA, wo 57 Infizierte gezählt wurden, "sehr unter Kontrolle", aber die Regierung wolle vorsorglich handeln, sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag in Neu Delhi vor Journalisten.

Vorgaben aus den USA

An den US-Börsen hat sich am Dienstag die Talfahrt weiter fortgesetzt. Die Sorgen über die Ausbreitung des Coronavirus und die Folgen für die Weltwirtschaft verunsichern die Anleger immer stärker. Bereits am Vortag hatte es daher international heftige Verwerfungen an den Börsen gegeben. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial -1,69% hatte mehr als 1000 Punkte verloren. Am Dienstag nun beendete der wichtige Wall-Street-Index den Tag mit einem Abschlag von 3,15 Prozent oder knapp 900 Punkten auf 27 081,36 Zähler. Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, bemühte sich am Dienstag, Zuversicht zu verbreiten. "Ich denke überhaupt nicht, dass das eine wirtschaftliche Tragödie sein wird", sagte er dem Sender CNBC. Die USA hätten das Virus eingedämmt. "Ich will nicht sagen luftdicht, aber ziemlich nah an luftdicht."

US-Geldpolitik

Die US-Notenbank beobachtet die möglichen Folgen der Coronavirus-Epidemie auf die Wirtschaft weiter ganz genau. Es sei aber immer noch zu früh, um zu beurteilen, ob es zu einer fundamental neuen Einschätzung der Währungshüter kommen wird, sagte Richard Clarida, Vizechef der US-Notenbank Fed. Die Zentralbank sei nach wie vor in einer guten Position, um ihre Ziele eines nachhaltigen Wachstums, eines starken Arbeitsmarkts und einer Inflation um die Marke von zwei Prozent zu erreichen. In den USA steht Mitte März die nächste Sitzung der Fed an.

Handel in Fernost

Die Ungewissheit über die Folgen der Ausbreitung von Covid-19 hält die Anleger an den Börsen Asiens in Atem. Rund um den Globus befürchten Investoren einen Wirtschaftsknick angesichts zahlreicher vorübergehend geschlossener Fabriken in China sowie wegen teils umfangreicher Reisebeschränkungen. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen fiel am Mittwoch zuletzt um rund ein halbes Prozent. Für den Hang Seng -0,44% in Hongkong ging es ebenfalls um etwa ein halbes Prozent abwärts. Der japanische Leitindex Nikkei 225 +0,01% schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 22.426 Zähler.

Die Analysten der Investmentbank Credit Suisse raten Anlegern, Aktienanlagen angesichts der steigenden Schwankungen am Markt abzusichern. Analyst Marko Kolanovic von JPMorgan wies darauf hin, dass an den Kreditmärkten die Preise für Absicherungen gegen Ausfälle von Schuldnern zuletzt stark gestiegen seien. An den Finanzmärkten gilt das als verlässlicher Hinweis auf zunehmende konjunkturelle Risiken.

Unternehmens-News

Angesichts des tristen Umfelds treten Nachrichten zu Unternehmen in den Hintergrund. Aktien von HeidelbergCement +0,90% verloren im vorbörslichen Handel gut ein Prozent, belastet von einer gestrichenen Kaufempfehlung seitens Goldman Sachs. Papiere der Aareal Bank -1,73% gaben nach der Veröffentlichung von teils besser als gedachten Quartalszahlen nur leicht nach.

Konjunkturdaten

Zur Wochenmitte bleibt die Agenda an Impulsen übersichtlich. Zahlen zu den US-Neubauverkäufen kommen um 16 Uhr. Die Ölpreise könnten auf den wöchentlichen Bericht des US-Energieministeriums um 16.30 Uhr reagieren.

Analyse der Wirtschaftslage in EU-Ländern

Die EU-Kommission stellt voraussichtlich heute Mittag ihre Empfehlungen für die Wirtschaftspolitik der einzelnen EU-Staaten vor. Die EU-Kommission erstellt regelmäßig für jeden EU-Staat Empfehlungen zur Wirtschafts-, Arbeits- und Finanzpolitik. Die Vorschläge werden anschließend von den EU-Staaten beraten. (Mit Material von dpa-AFX)

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