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8 Themen, die am Freitag für DAX-Anleger wichtig sind

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Kursrutsch aus Sorge vor einer Coronavirus-Pandemie kennt auch am Freitag kein Halten: Vorbörslich verliert der DAX knapp 4 Prozent auf 11.920 Punkte.

Mit einem Verlust von bisher rund 9 Prozent in vier Tagen erleben die Anleger damit die schwärzeste Woche seit Beginn der Griechenland-Schuldenkrise im Sommer 2011. Das DAX-Rekordhoch -0,47% aus der Vorwoche bei 13.795 Punkten scheint in der aktuellen Panik am Markt so schnell nicht wieder erreichbar.

Aktueller Stand Coronavirus-Epidemie

Das neuartige Coronavirus breitet sich nicht nur in Deutschland immer stärker aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte am Donnerstag, der neue Erreger habe "pandemisches Potenzial" und könnte ohne die richtigen Maßnahmen "außer Kontrolle geraten". Auch wenn medizinische Fachleute wie der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, daran erinnern, dass bei der weit überwiegenden Anzahl der Infizierten nur erkältungsähnliche Symptome auftreten – die Folgen für die Wirtschaft sind schon jetzt unabsehbar.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet frühestens im Jahr 2021 mit einem Impfstoff - warnt aber vor Panik. An diesem Freitag berät der Krisenstab der Bundesregierung über weitere Vorkehrungen gegen das neue Virus Sars-CoV-2.

Vorgaben USA

Die Viruskrise hat die US-Börsen weiter fest im Griff. Nach einer leichten Stabilisierung am Vortag ging es am Donnerstag erneut deutlich abwärts. Der Dow Jones Industrial -1,69% verlor fast 1.200 Punkte und schloss unter der Marke von 26.000 Punkten auf dem tiefsten Stand seit August 2019.

Vorgaben Asien

Auch an den Börsen Asiens geht auch am Freitag die Angst vor einer Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Epidemie um. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sackte um 3,7 Prozent auf 21143 Punkte ab. Für den Hang Seng -0,44% in Hongkong und den CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen ging es zuletzt jeweils um rund zweieinhalb Prozent abwärts.

Einfuhrpreise fallen wieder stärker

Die Preise von nach Deutschland importierten Gütern sind im Januar wieder etwas stärker gefallen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, lagen die Einfuhrpreise 0,9 Prozent tiefer als ein Jahr zuvor. Im Dezember hatte der Preisrückgang 0,7 Prozent betragen. Analysten hatten für den Jahresstart einen geringeren Rückgang um 0,3 Prozent erwartet.

Munich Re – Anleger strafen nach Jahreszahlen ab

Der Rückversicherer Munich Re hat seinen Gewinn 2019 trotz deutlich gestiegener Großschäden kräftig gesteigert. Dank lukrativer Finanzgeschäfte und Währungsgewinnen kletterte der Überschuss um 18 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Damit übertraf das Unternehmen sein ursprüngliches Gewinnziel von 2,5 Milliarden Euro, verfehlte jedoch die noch optimistischeren Erwartungen von Analysten. Vorstandschef Joachim Wenning zeigte sich am Freitag in München zuversichtlich, dass die Munich Re ihren Gewinn 2020 wie geplant auf 2,8 Milliarden Euro steigern kann.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten jedoch mit einem Kursrutsch quittiert. Im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate verlor die Munich-Re-Aktie am Morgen fast sieben Prozent an Wert und damit deutlich mehr als der einmal mehr vom Coronavirus geschwächte Gesamtmarkt.

Thyssenkrupp – Aufzugssparte ist verkauft

Die Aktien von Thyssenkrupp haben am Freitag deutliche Gewinne eingefahren. Der Grund ist der nun endlich realisierte Verkauf der Aufzugsparte. Der Industrie- und Stahlkonzern veräußert seine Sparte vollständig für 17,2 Milliarden Euro an ein Konsortium rund um die Finanzinvestoren Advent und Cinven. Mit im Boot ist auch der Ruhrkonzern RAG.

Analyst Lars Brorson von der britischen Investmentbank Barclays sagte, der Deal sei nun doch schneller zustande gekommen und zudem zu besseren Konditionen als von ihm erwartet.

Lufthansa – Coronavirus belastet unverändert

Der Druck auf die Reisebranche wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schlägt weiter mit voller Wucht auf die Aktien der Lufthansa durch. Für sie zeichnete sich im vorbörslichen Handel ein Minus von drei Prozent ab. Damit würde der Verlust im bisherigen Jahresverlauf auf 27 Prozent steigen. Das bedeutet den letzten Platz im DAX.

Der Lufthansa-Konkurrent IAG warnte nun, dass ein genauer Jahresausblick angesichts der Virusausbreitung aktuell nicht möglich sei. Zudem stehen beim Billigflieger Easyjet auf den Norditalien-Routen die Nachfrage und die Auslastung unter Druck.

BASF mit verheerendem Ausblick

BASF rechnet mit deutlichen Belastungen durch die Folgen des neuartigen Coronavirus. "In diesem Jahr erleben wir bereits in den ersten beiden Monaten eine hohe Unsicherheit in der Weltwirtschaft", sagte Unternehmenschef Martin Brudermüller bei Vorlage der Jahreszahlen am Freitag. Vor allem im ersten und zweiten Quartal rechnet BASF mit negativen Effekte. Zudem erwartet Brudermüller nicht, "dass die Corona-Effekte im Jahresverlauf vollständig ausgeglichen werden können".

Die 2019er-Zahlen zeigten zudem ein sehr gemischtes Bild, sagte ein Händler. Der erwartungsgemäß schwach ausgefallene Ausblick sei im aktuellen Marktumfeld natürlich fatal. Der Ausblick liege erheblich unter den Marktschätzungen, das dürfte Investoren gar nicht gefallen, kommentierte Barclays-Analyst Sebastian Satz.

Mit Material von dpaAFX.
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