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Aareal Bank: Aktie deutlich im Plus – die Gründe

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Die von der Corona-Pandemie gebeutelten Aktionäre der Aareal Bank haben zur Abwechslung mal Grund zur Freude: Weil sich der Immobilienfinanzierer nun auf die Suche nach einem Partner für seine IT-Tochter Aareon macht, schnellte der Aktienkurs in die Höhe. Außerdem gab es Rückenwind durch Analystenstimmen.

Bis zum späten Vormittag schafften die Anteilsscheine der Aareal Bank  -0,98% ein Plus von knapp 11 Prozent auf 16,76 Euro und hatten damit im Index der mittelgroßen Werte MDaxklar die Nase vorn. Zwischenzeitlich war der Kurs sogar um fast 14 Prozent in die Höhe geschnellt und hatte den höchsten Stand seit Mitte April erreicht.

Der Aareal-Bank-Vorstand hatte beschlossen, mit ausgewählten, langfristig orientierten Finanzinvestoren in Gespräche über eine signifikante Minderheitsbeteiligung an der Tochtergesellschaft einzutreten. Der Immobilienfinanzierer will aber Mehrheitseigner von Aareon bleiben. Das Unternehmen bietet für Firmen aus der Immobilienbranche Dienstleistungen für die Verwaltung von Gebäuden und technischen Anlagen an.

Das sagen die Analysten

Analysten bewerteten die Ankündigung des Aareal-Bank-Vorstandes überwiegend positiv. Ein Partner dürfte der Aareal Bank einen signifikanten Buchgewinn bescheren, schrieb etwa die Deutsche Bank. Händler verwiesen in dem Zusammenhang auf Berichte, wonach die Tochter um die 750 Millionen Euro wert sein dürfte.

Die DZ Bank hat den fairen Wert für die Aareal-Aktie von 18 auf 19 Euro angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Der beabsichtigte Verkauf eines signifikanten Anteils an der IT-Tochter Aareon komme wenig überraschend. Insgesamt sei der Schritt des Managements richtig. Er trage dazu bei, den fairen Wert von Aareon im Verkaufsprozess aufzudecken, die IT-Tochter mit einem strategischen Investor schneller zu entwickeln und die damit zusammenhängende Wachstumsstory fortzuschreiben.

Warburg Research hielt an seiner Kaufempfehlung für die Aktien der Aareal Bank fest. Die Nachricht zeige, dass der Vorstand darauf fokussiert sei, das Wachstum von Aareon zu beschleunigen.

Die Aareal Bank als Immobilienfinanzierer treibt in der Corona-Krise die Sorge um mögliche Kreditausfälle um. Im ersten Quartal brach der Überschuss der Bank wegen einer hohen Risikovorsorge für faule Darlehen ein. Die Dividende wurde gestrichen.
Ein möglicher Minderheitsaktionär von Aareon könnte vor allem zusätzliches Know-how in Bezug auf Transaktionen oder Branchenkenntnisse liefern, das für eine mögliche Beschleunigung von Übernahmeaktivitäten nötig sein dürfte, fuhr Pläsier fort. Die aktuelle Pandemie könnte derartige Möglichkeiten bieten, bei denen ein solches Fachwissen hilfreich sein würde.
Bereits im Februar hatte der Vorstandschef der Aareal Bank, Hermann Merkens, angekündigt, Aareon mit einer Reihe von Übernahmen zu stärken. Interessant seien generell Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette der Wohnungswirtschaft.
Der Kurssprung an diesem Mittwoch ist für die Aarea-Bank-Anleger derweil nur ein kleines Trostpflaster. Vor der Corona-Krise haben die Aktien noch teils mehr als 30 Euro gekostet, der Kurs hatte sich inzwischen fast halbiert. Der MDax hingegen hat seit der Eskalation der Krise am Rosenmontag (24. Februar) nur um rund 17 Prozent nachgegeben.
Aus charttechnischer Sicht indes stimmt zuversichtlich, dass der Aktienkurs inzwischen die 21- und auch die 50-Tage-Durchschnittslinien nach oben durchbrochen hat. (mit Material von dpa-AFX)
Aareal Bank in Euro (6 Monate)
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