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Airbus: Korruption, Bestechung und Exportschwäche verhageln die Bilanz

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Eigentlich war 2019 für Airbus ein Rekordjahr. Dennoch fiel im Geschäftsjahr 2019 ein Fehlbetrag von knapp 1,4 Milliarden Euro an. Denn die Bilanz wurde von Strafzahlungen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro aufgrund der Korruptionsaffäre und Sonderbelastungen von 1,2 Milliarden Euro aufgrund der schlechten Exportaussichten für den Militärtransporter A400M belastet. Im Jahr 2018 hatte der Gewinn noch bei gut 3 Milliarden Euro gelegen.

Dabei konnte Airbus im Rennen um die Marktführerschaft erstmals seit Jahren dem US-Erzrivalen Boeing den Titel abjagen. Insgesamt lieferte Airbus 863 Verkehrsflugzeuge aus und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. Boeing steckt seit März 2019 in einer schweren Krise. Nach den zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten hatten Behörden in aller Welt Passagierflüge mit der 737 Max untersagt.

Vorsichtiger Ausblick

Der neue Airbus-Chef Guillaume Faury nimmt sich nun für sein erstes komplettes Jahr an der Konzernspitze nur vorsichtige Steigerungen bei Produktion und Gewinn vor. So soll der Konzern im Jahr 2020 etwa 880 Verkehrsflugzeuge an die Kunden ausliefern und damit nur 17 mehr als im Vorjahr. Ursprünglich hatte sich das Management für 2019 bereits bis zu 890 Maschinen zum Ziel gesetzt.

Übernahme von Bombardier

Gleichzeitig verkündete Airbus am Donnerstag, dass sich der in finanzielle Schieflage geratene Bombardier-Konzern von seinem letzten großen Flugzeugprogramm trennt. Airbus und die kanadische Provinz Québec übernehmen Bombardiers verbliebenen Anteil an den Gemeinschaftsunternehmen für den Kurz- und Mittelstreckenjet A220. Der Airbus-Anteil steigt damit von gut 50 auf 75 Prozent. Airbus zahlt Bombardier dafür 591 Millionen US-Dollar.

Der nun bekanntgegebene Verkauf an Airbus kommt nicht überraschend. Bombardier scheut die Kosten für das Hochlaufen der Produktion. Die Airbus-Strategie sieht vor, das Volumen deutlich hochzufahren - und dann auch deutlich günstiger produzieren zu können.

Unsicherheiten durch Coronavirus

Konzernchef Faury ging am Donnerstagmorgen auch auf die unsichere Lage wegen des Coronavirus ein. Der Flugzeugbauer hatte zuletzt die Endmontage in seinem Werk in China wieder schrittweise hochgefahren.

Es handele sich um eine sehr "dynamische Situation", man könne die Auswirkungen des Virus auf die Luftfahrt und das Unternehmen im Moment noch schwer abschätzen, sagte Faury. Man habe die Situation in China genau im Blick, es gebe zahlreiche Gesundheits- und Schutzmaßnahmen. Airbus fertigt in Tianjin nahe Peking vor allem Mittelstreckenjets der A320-Reihe für den chinesischen Markt.

Das macht die Aktie

Die Airbus-Aktie -3,45%reagierte vorbörslich mit einem satten Minus von fünf Prozent auf die Zahlen und der Chart setzte auf der 90-Tage-Linie auf. Nach Börseneröffnung machten die Papiere den Kursverlust jedoch wieder wett und notieren aktuell fast unverändert zum Vortag.

Mit Material von dpaAFX.
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