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Airbus: Letzter A380 früher als geplant

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der weltgrößte Passagierjet A380 wird schon in wenigen Monaten für den Flugzeugbauer Airbus endgültig Geschichte sein. Dann übernimmt die arabische Fluggesellschaft Emirates am Airbus-Standort in Hamburg-Finkenwerder die letzten drei noch ausstehenden Maschinen dieses Typs. Die allerletzte bestellte Maschine "soll im November in die Flotte aufgenommen werden, womit der ursprüngliche Auslieferungszeitpunkt von Juni 2022 vorgezogen wird", wie die Fluggesellschaft in Dubai mitteilte. "Wir haben uns mit Airbus darauf geeinigt, die Auslieferung unserer verbleibenden A380-Bestellungen vorzuziehen".

Emirates ist mit Abstand größter A380-Abnehmer und will "auch in den nächsten zwei Jahrzehnten" der größte Betreiber des doppelstöckigen Flugzeuges sein, wie Emirates-Chef Tim Clark versicherte. Insgesamt wird die A380-Flotte von Emirates im November 118 Flugzeuge umfassen, fast die Hälfte aller jemals gebauten Maschinen des Typs. Die Lufthansa -2,45% sieht nach früheren Angaben dagegen für das Riesenflugzeug keine Zukunft mehr in ihrer Flotte. Die derzeit langzeitgeparkten Maschinen würden nicht mehr in den Liniendienst zurückkehren, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr im März erklärt.

Große Flugzeuge nicht wirtschaftlich

Airbus hatte Anfang 2019 unter seinem früheren Chef Tom Enders beschlossen, dass die A380-Produktion eingestellt wird, auch nachdem Emirates und andere Airlines damals Bestellungen zurückgezogen oder kräftig reduziert hatten. Der amerikanische Rivale Boeing -0,14% hatte es später Airbus gleich getan, und Mitte 2020 das Aus für den Jumbo-Jet 747 für 2022 angekündigt. Für viele Airlines sind derartige Flieger zu groß und verbrauchen mit ihren vier Triebwerken zu viel Treibstoff - das ist nicht wirtschaftlich, besonders wenn die Riesenjets nicht voll besetzt sind.

Kleinere Maschinen sind hingegen beliebt. Die Airbus-Maschinen der A320-Familie mit mittlerweile fast 10 000 ausgelieferten Exemplaren sind ein Kassenschlager. Große Hoffnung setzt Airbus dabei auf die neueste Variante A321XLR, die dank eines zusätzlichen Tanks im Rumpf und entsprechend höherer Reichweite auch für transatlantische Flüge zum Beispiel von Deutschland an die Ostküste der USA eingesetzt werden kann.

Airbus-Aktie mit Kurssprung

Die Airbus-Aktie -0,20% gehörte am Mittwoch mit einem Kursaufschlag von gut zwei Prozent auf zeitweise 118 Euro zu den besten Werten im MDAX. Für die freundliche Entwicklung war jedoch weniger das A380-Ende als vielmehr die Bestätigung der Analysten von Goldman Sachs, dass Airbus mit einem Kursziel von 151 Euro auf ihrer 'Conviction Buy List' bleibt, verantwortlich.

Zudem konnte der europäische Flugzeugbauer gestern einen Milliarden-Auftrag verkünden. Die britische Billigfluggesellschaft Jet2 -0,14% hat eine Vereinbarung über den Kauf von 36 Mittelstreckenjets vom Typ A321neo unterzeichnet. Das Unternehmen kann seine Bestellung noch auf bis zu 60 Maschinen aufstocken. Zudem dürfte Airbus ab 20. September Mitglied im neuen DAX-40 werden.  (Mit Material von dpa-AFX)

12-Monats-Chart Airbus (in Euro, Xetra)
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