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Allianz: Darum sackt das DAX-Schwergewicht heute ab

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Dem Versicherungskonzern Allianz drohen Belastungen aus dem US-Vermögensverwaltungsgeschäft. Nach Klagen und einer Untersuchung der Wertpapieraufsichtsbehörde SEC habe nun auch das US-Justizministerium (DoJ) eine Untersuchung in Zusammenhang mit den sogenannten Structured Alpha Fonds eingeleitet. Allianz kooperiere vollumfänglich mit der SEC und dem DoJ bei deren Ermittlungen und habe umgehend eine eigene Überprüfung der Angelegenheit eingeleitet.

Der Vorstand habe die Angelegenheit erneut bewertet und sei zu dem Schluss gekommen, dass ein relevantes Risiko bestehe, dass die mit den Structured Alpha Fonds verbundenen Angelegenheiten erhebliche Auswirkungen auf künftige Finanzergebnisse der Allianz Gruppe haben könnten. Es sei jedoch derzeit weder möglich, den Ausgang der Untersuchungen der SEC und des DoJ sowie der anhängigen Gerichtsverfahren vorherzusagen, noch den entsprechenden Zeitpunkt dafür einzuschätzen. Insbesondere sei es nicht möglich, die konkreten finanziellen Auswirkungen, einschließlich möglicher Strafzahlungen, zuverlässig abzuschätzen. Daher sei derzeit noch keine Rückstellung gebildet worden.

Die Aktien der Allianz +0,20% sind wegen der drohenden Sonderbelastungen deutlich unter Druck geraten. Zeitweise verliert der nach Marktkapitalisierung viertschwerste DAX-Wert am Vormittag über acht Prozent an Wert. Dabei wurde auch der gleitende 200-Tage-Durchschnitt der Aktie unterschritten. 

12-Monats-Chart Allianz (in Euro, Xetra)

Händlern zufolge sorgen die aktuellen Aussagen der Allianz unter Anlegern hierzulande für größere Unsicherheit. Analysten warten derweil auf weitere Details, um die Sonderbelastungen besser bewerten zu können: So merkte Thorsten Wenzel von der DZ Bank an, dass eventuell im Zuge der am Freitag anstehenden Berichterstattung zum zweiten Quartal mit einer Einschätzung seitens der Allianz zu rechnen sei.

Die Höhe der Schäden im Zusammenhang mit den sogenannten Structured Alpha Fonds sei schwer abzuschätzen, schrieb hingegen Analyst Ashik Musaddi von der US-Bank JPMorgan. Einem Medienbericht zufolge hätten Anleger dadurch rund vier Milliarden US-Dollar verloren. Die Allianz selbst schrieb in ihrem 2020er Geschäftsbericht, dass die Kläger Verluste von mehreren Milliarden US-Dollar behauptet hätten. Musaddis Berechnungen zufolge bliebe die Solvabilitätsquote des Versicherers aber selbst im schlimmsten Fall über 200 Prozent und damit klar über der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesthöhe.

Analyst Volker Sack von der NordLB schätzt, dass die Nachricht von der Allianz den Aktienkurs längere Zeit tangieren wird: "Juristische Auseinandersetzungen in den USA oder Untersuchungen US-amerikanischer Behörden sind nicht gerade angenehm, zumal der Ausgang teilweise schwer bis gar nicht zu prognostizieren ist."

Auch wenn die Thematik bereits seit einiger Zeit als Risiko beschrieben worden sei, scheint laut dem NordLB-Fachmann mit der Aufnahme der Ermittlungen durch das US-Justizministerium die gesamte Angelegenheit an Dynamik gewonnen zu haben. Insofern erscheine es plausibel, dass der Vorstand der Allianz den gesamten Vorgang nun als "relevantes Risiko" einstuft.   (Mit Material von dpa-AFX)
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