DAX ®11.504,65+1,00%TecDAX ®3.174,25+0,60%Dow Jones25.133,61+2,73%NASDAQ 1009.478,11+0,68%
finanztreff.de

Allianz und Co in Corona-Krise: Angst um deutsche Lebensversicherer?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat in der Corona-Krise noch keine ernsthaften Sorgen um die hiesigen Lebensversicherer. "Die Lage ist für die Branche nicht existenzbedrohend, die Situation scheint insgesamt beherrschbar zu sein", sagte der oberste Versicherungsaufseher, Bafin-Exekutivdirektor Frank Grund, der Börsen-Zeitung.

Dies liege an den Maßnahmen, die die Branche bereits vor der Krise getroffen habe, aber auch an den flexiblen Mechanismen des Aufsichts- und Kapitalregelwerks "Solvency II", das für die Branche seit Anfang 2016 gilt.

So rechnet Grund zwar damit, dass die Solvenzquoten der Lebensversicherer durch die Einbrüche an den Finanzmärkten mindestens um einen unteren bis mittleren zweistelligen Prozentsatz sinken. Allerdings führe dies bei keinem der von der Behörde befragten Unternehmen, die zusammen einen hohen Marktanteil abbilden, zu einer Unterdeckung. Grund forderte die Branche auf, die in dem Regelwerk eingebauten Puffer zu nutzen.

Unter "Solvency II" müssen Versicherer über so viel Kapital verfügen, dass sie selbst Krisen und Schadenereignisse überstehen, die statistisch betrachtet nur einmal in 200 Jahren auftreten. Dazu zählen etwa Großschäden durch Naturkatastrophen, aber auch extreme Verwerfungen an Aktien- und Anleihemärkten.

Dem Einbruch am Aktienmarkt seien die Lebensversicherer aber nur in einem überschaubaren Maß ausgesetzt, sagte Grund. Die bisherigen Wertverluste im Aktienbereich würden bei Unternehmen der Branche durch steigende Anleihekurse weitgehend aufgefangen.

Unterdessen hat die BaFin auch die Liquiditätslage der Assekuranzen im Blick, die etwa durch wegbrechendes Neugeschäft belastet werden könnte - oder dadurch, dass Kunden mit finanziellen Engpässen eine Stundung der Beiträge in Anspruch nehmen.

Europas größter Versicherer Allianz +2,93% hat gerade entschieden, seinen Aktionären trotz Corona-Krise und gegen den Rat der europäischen Aufseher eine Dividende für 2019 auszahlen zu wollen. "Obwohl zu erwarten ist, dass sich das aktuelle Umfeld auch in unseren Ergebnissen niederschlagen wird, bleibt unsere Finanzkraft weiterhin sehr stark", teilte das DAX+1,00%-Schwergewicht mit.

Daher sollen die Anteilseigner bei der Hauptversammlung am 6. Mai wie geplant über eine Dividende von 9,60 Euro je Aktie abstimmen. Allerdings werde das Aktienrückkauf-Programm ausgesetzt und die HV findet ohne persönliche Präsenz der Aktionäre in virtueller Form statt. (Mit Material von dpa-AFX)

Sechs-Monats-Chart Allianz (in Euro)
Schlagworte:
, , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Nach Thüringen will nun auch Sachsen weg von landesweit geltenden Beschränkungen in der Coronakrise. Wie finden Sie die Entscheidung?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen