DAX®15.669,29+1,00%TecDAX®3.668,39+0,54%Dow Jones 3035.061,55+0,68%Nasdaq 10015.111,79+1,15%
finanztreff.de

Alphabet: Dem Suchmaschinenanbieter Google droht Ärger

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Deutschlands oberste Wettbewerbshüter nutzen abermals neue rechtliche Möglichkeiten, um gegen den die Alphabet-Tochter und Internetsuchmaschine Google vorzugehen. Man habe zwei separate Verfahren nach den neuen Vorschriften für Digitalkonzerne eingeleitet, teilte das Bundeskartellamt am Dienstag in Bonn mit.

In einem Verfahren wollen die Kartellwächter prüfen, ob Google eine marktübergreifende Bedeutung hat. In einem zweiten Verfahren nimmt die Behörde die Konditionen für die Datenverarbeitung unter die Lupe. Nach Verfahrensabschluss könnten bestimmte Verhaltensmuster oder Maßnahmen untersagt werden.

Google zeigt sich kooperativ 

Ein Google-Sprecher sagte zu den Verfahren: "Wir werden umfänglich mit der deutschen Wettbewerbsbehörde kooperieren und beantworten gern ihre Fragen." Im Januar war ein novelliertes Wettbewerbsgesetz in Kraft getreten. Auf dessen Grundlage kann das Kartellamt leichter gegen Wettbewerbsverzerrungen vorgehen, wenn marktbeherrschende Digitalunternehmen ihre Position ausnutzen. Den neuen Weg beschritt die Behörde erstmals Ende Januar bei Facebook +2,52% und vor einer Woche bei Amazon +0,13%. Die Marktmacht der Internetriesen sieht das Kartellamt schon seit langem sehr kritisch. In den vergangenen Jahren gingen die Wettbewerbshüter mehrfach gegen die US-Konzerne vor.

Bundeskartellamtschef sieht Vielzahl der Google-Dienste kritisch

Amtschef Andreas Mundt betonte, dass es Wettbewerber gegen ein Unternehmen mit marktübergreifender Bedeutung sehr schwer hätten. "Aufgrund der Vielzahl an digitalen Diensten wie der Suchmaschine, YouTube, Maps, dem Betriebssystem Android oder dem Browser Chrome kommt bei Google eine überragende marktübergreifende Bedeutung für den Wettbewerb in Betracht."

Über die Datenverarbeitung sagte Mundt, dass Google aufgrund des Zugangs zu wettbewerbsrelevanten Daten einen strategischen Vorteil habe. Daher werde man sich die Konditionen zur Datenverarbeitung genauer ansehen. "Eine zentrale Frage ist dabei, ob Verbraucherinnen und Verbraucher ausreichende Wahlmöglichkeiten zur Nutzung ihrer Daten durch Google haben, wenn sie Google-Dienste verwenden wollen."

Wer Google nutzt, muss erst den Bedingungen zur Datenverarbeitung zustimmen. Das Bundeskartellamt will nun prüfen, ob die Bedingungen Google die Möglichkeit einer weitreichenden, verschiedene Dienste übergreifenden Datenverarbeitung einräumen. Wichtig für die kartellrechtliche Bewertung ist auch die Frage, welche Auswahl die Nutzer bei der Datenverarbeitung tatsächlich haben. Der Schutz der Wahlmöglichkeiten des Verbrauchers sei ein wesentliches Anliegen des Kartellrechts, heißt es in der Mitteilung.

Unternehmenssprecher betont Mehrnutzen für Verbraucher 

Ein Google-Sprecher betonte, dass Menschen die Dienste nutzten, weil sie hilfreich seien und "nicht weil sie dazu gezwungen werden oder weil sie keine Alternativen finden können". "Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland haben bei Online-Diensten eine riesige Auswahl", so der Sprecher. "Wir geben Menschen einfache Kontroll-Möglichkeiten, wie ihre Informationen verwendet werden, und wir begrenzen die Verwendung von persönlichen Daten."

Das macht die Alphabet-Aktie

Am Dienstagnachmittag notierte die Alphabet-Aktie +3,51% im frühen US-Handel rund ein halbes Prozent höher bei 2.419 Dollar. Das Verfahren scheint somit zunächst keine Auswirkung auf die Stimmung der Anleger zu haben. Stattdessen folgen diese dem freundlichen Umfeld für Technologie-Werte, der Nasdaq100 +1,15% kletterte am Dienstag ebenfalls um 0,2 Prozent auf 13.672 Punkte.

Sechs-Monats-Chart Alphabet C (in US-Dollar)
Mit Material von dpa-AFX.
Schlagworte:
, , , , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Die Erzeugerpreise steigen in Deutschland so stark wie seit fast 40 Jahren nicht. Volkswirte sehen das als einen Vorboten für eine Inflation. Glauben Sie, dass uns eine Inflation bevorsteht?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen