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Apple: Ein Problem weniger – Aktie stabil

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Apple hat sich in einem Gerichtsstreit mit Entwicklern über die Rolle des Konzerns beim App-Vertrieb auf dem iPhone und iPad auf kleinere Änderungen geeinigt. Mit dem Entgegenkommen in der hitzig geführten Debatte soll eine Sammelklage der US-Entwickler beendet werden. Ungeachtet davon steht das Urteil in einem anderen Fall jedoch weiter aus.

Wie der Apple am Freitag mitteilte, räumt er in dem Vergleich den kleineren Entwicklern künftig die Möglichkeit ein, den App-Nutzern gezielt Informationen über Abo-Abschlüsse außerhalb des App Stores zu senden. Das darf jedoch nicht innerhalb der App selbst passieren, sondern muss außerhalb der App laufen – beispielsweise per Mail. Bislang hatte sich Apple strikt geweigert, Informationen über alternative Abo-Möglichkeiten außerhalb des App-Stores in den Anwendungen darzustellen.

Epic-Fall weiter offen 

Die außergerichtliche Einigung mit den kleineren Entwicklern, die noch von dem Gericht in Oakland (Kalifornien) bestätigt werden muss, ist unabhängig von dem spektakulären Verfahren, das der Spiele-Entwickler Epic gegen Apple führt. Allerdings werden beide Verfahren von Richterin Yvonne Gonzalez Rogers geleitet. Daher könnte eine Zustimmung von Rogers zu der außergerichtlichen Einigung als Vorteil für Apple in dem Verfahren gegen Epic gewertet werden.

In dem aktuellen Vergleich mit den Sammelklägern konnte Apple nämlich zentrale Forderungen der Entwickler abwehren, die auch von Epic erhoben werden. So muss Apple weder einen weiteren App-Store auf dem iPhone oder iPad zulassen noch seine Umsatzbeteiligung von bis zu 30 Prozent reduzieren. Ein Urteil in dem Epic-Fall wird in diesem Herbst erwartet.

Mehr Freiheiten für Entwickler 

Allerdings kam Apple den Klägern bei der Freiheit der Preisgestaltung entgegen: Der Konzern erhöht die Anzahl der vordefinierten Preispunkte, die Entwickler für Abonnements, In-App-Käufe und kostenpflichtige Apps festlegen können, von weniger als 100 auf mehr als 500. Alle Zugeständnisse gelten nicht nur für die Kläger aus den USA, sondern werden weltweit eingeführt.

Im Visier der EU-Kommission 

Das App-Store-System von Apple steht aktuell unter Beschuss. Die EU-Kommission wirft dem iPhone-Konzern unfairen Wettbewerb im Geschäft mit Musikstreaming-Apps wie Spotify +7,76% vor. Die Spielefirma Epic will mit einer Klage in den USA erreichen, dass sie und andere Anbieter eigene App Stores auf dem iPhone an Apple vorbei betreiben können. Apple betont, der App Store sei eine für App-Entwickler lukrative Plattform und schütze gleichzeitig die Nutzer vor Betrugsversuchen.

Das macht die Apple-Aktie 

Am Freitagvormittag notierte die Apple-Aktie nach einem freundlichen Handelsauftakt zuletzt rund 0,2 Prozent schwächer bei 125,70 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Apple-Aktie rund 19 Prozent zugelegt, auf Sicht der letzten fünf Jahre steht ein Plus von über 400 Prozent zu Buche.

Sechs-Monats-Chart Apple (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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