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Apple im Visier der EU-Kommission

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die EU-Kommission nimmt sich nun Apple vor. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager leitete am Dienstag zwei offizielle Verfahren ein, um zu prüfen, ob Apple unfairen Wettbewerb im App Store und bei Apple Pay betreibt. An der Börse kann dies die Apple-Aktie kaum bremsen.

Die Debatte über die beiden Kernpunkte der Verfahren gibt es schon lange. So ist Apple Pay der einzige Weg, um bei iPhones Zugriff auf den NFC-Chip zu bekommen, über den man das Telefon an der Ladenkasse statt einer Bankkarte einsetzen kann. Banken kritisieren unter anderem, dass sie nicht an Apple vorbei auf den NFC-Chip zugreifen können. Apple sieht das als technische Lösung, um die Sicherheit der Zahlungen zu gewährleisten.

Die Kommission hat nach einer vorläufigen Prüfung jedoch Bedenken, dass die Geschäftsbedingungen von Apple hier den Wettbewerb verfälschen und die Auswahl für Verbraucher verringern. "Apple legt offenbar Bedingungen für die Nutzung von Apple Pay in kommerziellen Apps und auf Websites fest", sagte Vestager.

Der zweite Punkt ist der App Store, wo Apple grundsätzlich eine Abgabe von 30 Prozent auf Einnahmen mit digitalen Gütern verlangt. Bei länger laufenden Abos sinkt die Kommission auf 15 Prozent. Der Videodienst Netflix bietet daher seine Abos nicht direkt auf Apple-Geräten an. Spotify schickte wegen der Praxis im Frühjahr vergangenen Jahres eine Beschwerde an die EU-Kommission. Die Firma sieht sich im Nachteil, weil Apple als Plattform-Betreiber beim eigenen Streamingdienst Apple Music den gesamten Betrag behalten könne.

Zudem wollen die Wettbewerbshüter Einschränkungen in den Blick nehmen, wonach App-Entwickler die Nutzer nicht über alternative und häufig günstigere Kaufoptionen außerhalb der Apps informieren dürfen. "Es scheint, als habe Apple beim Vertrieb von Apps und Inhalten an Nutzer der beliebten Apple-Geräte die Rolle eines "Torwächters" eingenommen", sagte Vestager. Es müsse sichergestellt werden, dass dies nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führe.

Apple wies die Vorwürfe am Dienstag zurück. "Es ist enttäuschend, dass die Europäische Kommission den haltlosen Beschwerden einiger weniger Unternehmen folgt, die einen Freifahrschein wollen, statt nach den gleichen Regeln zu spielen wie alle anderen auch", sagte ein Sprecher. Zudem verwies der Konzern auf eine Studie, wonach im Jahr 2019 rund 80 Prozent der App-Erlöse von insgesamt 519 Milliarden Dollar mit dem Verkauf physischer Güter und Dienstleistungen erwirtschaftet worden seien. Damit sei der Großteil der In-App-Erlöse frei von Abgaben.

Das macht die Aktie von Apple

Die Wettbewerbsverfahren können die Apple-Aktie +1,11% am Dienstag jedoch nicht bremsen, obwohl die EU-Kommission beispielsweise gegen Google drei Bußgelder von insgesamt 8,25 Milliarden Dollar verhängte. Zuletzt notierte die Aktie von Apple bei 2,7 Prozent im Plus auf 352,28 Dollar und damit nur knapp unter ihrem Allzeithoch bei 354,77 Dollar. Nach dem minimalen Rücksetzer vergangene Woche geht die Rallye also scheinbar ungebremst weiter.

Mit Material von dpaAFX.
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