DAX®15.199,68+0,33%TecDAX®3.284,58+0,68%Dow Jones 3034.021,45+1,29%Nasdaq 10013.109,15+0,83%
finanztreff.de

Aus für Berliner Mietendeckel – Deutsche Wohnen drehen auf

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Im Wohnimmobiliensektor herrscht am Donnerstag bei den Anlegern große Erleichterung. Der vor mehr als einem Jahr in Kraft getretene Berliner Mietendeckel, der die Mietpreise in der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland eindämmen sollte, verstößt gegen das Grundgesetz, teilte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit.

Der DAX-Konzern Deutsche Wohnen gilt als besonders abhängig von der Entscheidung, da das Immobilienunternehmen stark auf den Berliner Markt fokussiert ist. Ein Händler verwies darauf, dass ein Fortbestand des 2020 eingeführten Mietendeckels vor allem Deutsche Wohnen Millionen Euro gekostet hätte. Am Markt hieß es, die Vermieter könnten nun Nachzahlungen verlangen. 

Deutsche Wohnen will nachfordern, Konkurrenten verzichten

LEG und Vonovia kündigten umgehend an, auf Nachforderungen verzichten zu wollen, die Deutsche Wohnen will hingegen nachfordern. "Keine Mieterin und kein Mieter der Deutsche Wohnen wird durch die Entscheidung die Wohnung verlieren", teilte das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit. 

 "Auf den Ausgleich der Außenstände komplett zu verzichten, würde jedoch unseren Verpflichtungen gegenüber dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und Eigentümern nicht gerecht werden." Das Bundesverfassungsgericht hatte das im Februar 2020 in Kraft getretene Mietendeckelgesetz am Donnerstag für nichtig erklärt. Auf viele Mieter in Berlin kommen damit Nachzahlungen zu.

"Für die Begleichung des Restbetrags bieten wir zahlreiche Möglichkeiten an, die der finanziellen Lage der Mieterinnen und Mieter flexibel Rechnung tragen", kündigte Deutsche Wohnen an. Dem Konzern gehören in Deutschland mehr als 155.400 Wohnungen, rund drei Viertel davon in Berlin. "Etwa 80 Prozent unserer Mieter erwarten im Durchschnitt weniger als 500 Euro an Rückforderungen", so ein Sprecher des Unternehmens. Im Durchschnitt seien es insgesamt 430 Euro pro Mieter.

Neueinschätzungen stehen bevorn

Nachdem der Berliner Mietdeckel gekippt wurde, dürften in den kommenden Tagen einige Analysten ihre Einschätzungen und die Einstufung der Deutsche-Wohnen-Aktie überarbeiten. Gleichwohl scheint dürfte der Ton zwischen Vermietern und Mietern trotz des Urteils in vielen Fällen weiter rau bleiben. So fürchtete ein Börsianer am Morgen, dass eine Entscheidung in der Sache möglicherweise noch keine endgültige Beilegung des Streits bedeutet.

Das macht die Deutsche-Wohnen-Aktie

Am Aktienmarkt legten die Papiere von Deutsche Wohnen +0,49% zeitweise um fast sieben Prozent zu und sprangen auf ein Hoch seit November. Zuletzt relativierte sich das Plus auf 3,2 Prozent bei 44,91 Euro. Die Papiere des Immobilienunternehmens waren am Mittwochnachmittag schon deutlich angezogen und so zum am Vortag besten Dax-Wert aufgestiegen. Auch die Aktien der weiteren bedeutenden Wohnimmobilien-Werte Vonovia +0,83% sowie LEG -1,00% setzten sich aufgrund der Entscheidung mit 1,8 respektive 1,5 Prozent klar im Plus ab.

Sechs-Monats-Chart Deutsche Wohnen (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
Schlagworte:
, , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Rund zwei Jahre nach dem Verkauf seines Deutschland-Geschäfts will der Online-Lieferdienst Delivery Hero mit der Marke Foodpanda hierzulande wieder Fuß fassen. Glauben Sie, dass Foodpanda in Deutschland erfolgreich wird?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen