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BASF und RWE bündeln Kräfte für gemeinsamen Windpark

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Chemiekonzern BASF +0,67% und der Energieerzeuger RWE +0,28% wollen gemeinsam in der Nordsee einen der größten Windparks der Welt errichten. Die Anlage mit einer Kapazität von zwei Gigawatt soll ab 2030 den Chemiestandort Ludwigshafen mit grünem Strom versorgen, wie die Unternehmen am Freitag mitteilten. Außerdem soll ein Fünftel des Stroms zur Herstellung von CO2-freiem Wasserstoff dienen. Die Kosten für den Windpark und die Elektrolyseanlage bezifferten die Unternehmen auf mehr als vier Milliarden Euro.

Der Windpark solle ein "Leuchtturmprojekt" für die Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland sein und zeigen, wie industrielle Produktion nachhaltig und zukunftsfähig werden könne, sagte BASF-Chef Martin Brudermüller. "Wir wollen gemeinsam den Weg zu einer CO2-neutralen Chemieindustrie durch Elektrifizierung und den Einsatz von CO2-freiem Wasserstoff beschleunigen."

Politische Unterstützung unabdingbar

Beide Unternehmen betonten aber auch, dass sich das Projekt nur mit Unterstützung der Politik verwirklichen lasse. Damit der Windpark realisiert werden könne, sei unter anderem die rasche Ausschreibung von Flächen für Offshore-Projekte erforderlich, deren Nutzung bislang erst nach 2030 vorgesehen sei. Außerdem sei eine Anpassung der Flächen- und Netzentwicklungspläne und die Entlastung des grünen Stroms von der EEG-Umlage notwendig. Eine finanzielle Förderung für den Bau durch die öffentliche Hand sei dagegen nicht nötig. 

Jährliche CO2-Emissionseinsparungen in Millionenhöhe

Durch den Windpark könnten den Angaben zufolge etwa 3,8 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden werden. Die Chemieindustrie gehört zu den energie-intensivsten Branchen überhaupt. Besonders in der Basischemie ist der Bedarf immens hoch. Dies führt Brudermüller zufolge allein bei BASF zu Emissionen von 21 Millionen Tonnen CO2. Davon entfallen 8 Millionen Tonnen auf Ludwigshafen.

Der neue Windpark soll deshalb helfen, den schnell wachsenden Strombedarf des weltgrößten Chemiekonzerns zu decken. Der überwiegende Teil des dort produzierten Stroms soll von der Nordsee direkt nach Ludwigshafen geleitet werden - und zwar so, dass keine Netzengpässe entstehen. Rund 20 Prozent des Stroms sollen zur Herstellung von Wasserstoff verwendet werden, der auch von anderen industriellen Abnehmern genutzt werden könnte, hieß es. Der Windpark, an dem BASF eine Beteiligung von 49 Prozent halten will, könne für 25 bis 30 Jahre Strom liefern. Wo genau in der Nordsee er gebaut werden soll, gaben die Unternehmen nicht bekannt.

Das machen die Aktien von BASF und RWE

Bei den Anlegern hielt sich die Euphorie am Freitagnachmittag in Grenzen: Kurz vor dem Wochenende notierte die BASF-Aktie +0,67% rund 0,1 Prozent tiefer bei 67,55 Euro. Die Papiere des Energieversorgers RWE +0,28% zogen hingegen um 0,6 Prozent auf 32,66 Euro an. 

Sechs-Monats-Chart BASF (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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