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Bayer: 9 wichtige Fakten zu den Zahlen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Fragen zur Belastung durch die Corona-Krise, zu den Rechtsrisiken oder der gesenkten Prognose? Wir liefern 9 wichtige Fakten, die diese und weitere Fragen zu den Quartalszahlen von Bayer beantworten.

1. Die rohen Zahlen

Insgesamt fiel der Konzernumsatz im zweiten Quartal um 6,2 Prozent auf rund 10 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft war ein Minus von 2,5 Prozent zu verzeichnen. Das operative Ergebnis stieg auch dank Kostensenkungen im Zusammenhang mit der Monsanto-Integration um 5,6 Prozent auf 2,88 Milliarden Euro. Während der Umsatz hinter den durchschnittlichen Analystenschätzungen zurückblieb, lag das operative Ergebnis leicht darüber.

2. Verschiebungen von Behandlungen hinterlässt Spuren

Die Verschiebung vieler nicht dringend notwendiger Behandlungen und die Angst vieler Menschen vor Arztbesuchen während der Corona-Pandemie hinterließen im zweiten Quartal im Pharmageschäft insbesondere beim Augenmedikament Eylea – neben dem Gerinnungshemmer Xarelto eigentlich einer der Wachstumstreiber der Sparte – Spuren. Aber auch der Absatz von Verhütungsmitteln für Frauen ging deutlich zurück.

3. China drückt die Preise

Hinzu kam ein neues nationales Programm Chinas zum Großeinkauf bestimmter Medikamente, das unter anderem zu einem deutlichen Rückgang bei den Verkaufspreisen für das Diabetesmittel Glucobay führte. Höhere Verkaufsmengen durch die Teilnahme an dem Programm konnten das nicht aufwiegen.

4. Nach Hamsterkäufen sind die Lager voll

Im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten hielten sich die Kunden auch ein wenig zurück. Das lag aber vor allem daran, dass sich der Handel im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie schon reichlich eingedeckt hatte und nun erst einmal die Lagerbestände abbauen muss. Insgesamt blieben die Medizingeschäfte von Bayer denn auch hinter den Erwartungen zurück.

5. Soja-Erholung in Nordamerika

Besser als gedacht lief es hingegen in der Agrarsparte. Das lag an guten Geschäften etwa mit Mais-Saat in Brasilien, an einer Erholung der Sojasamen-Nachfrage in Nordamerika sowie einer robusten Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln. Zudem kommt Bayer bei der Integration des 2018 übernommenen US-Saatgutkonzerns Monsanto schnell voran, was Kosten spart.

6. Prognose für 2020 leicht gesenkt

Angesichts der teils holprigen Entwicklung im Tagesgeschäft peilt das Management nun 2020 ein Umsatzwachstum von 0 bis 1 Prozent auf 43 bis 44 Milliarden Euro an. Bisher waren 44 bis 45 Milliarden Euro geplant gewesen. Die operative Marge soll bei etwa 28 Prozent liegen, womit sich ein operatives Ergebnis von etwa 12,1 Milliarden Euro ergäbe. Bislang waren hier 12,3 bis 12,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden.

7. Glyphosat-Vergleich weiterhin Thema

Unter dem Strich dürfte 2020 aber ein dickes Minus stehen, nachdem Rechtsstreitigkeiten Bayer im zweiten Quartal einen Verlust von 9,5 Milliarden Euro eingebrockt haben. Ende Juni hatte Bayer Einigungen in US-Rechtsstreitigkeiten um die Unkrautvernichter Glyphosat, Dicamba sowie PCB angekündigt. Der weitaus teuerste Streit ist dabei derjenige um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter. Hier wackelt allerdings der angestrebte Vergleich mit der Mehrzahl der Kläger.

Allerdings hatte Bayer-Chef Werner Baumann immer wieder betont, dass mit einer groß angelegten Einigung auch künftige Rechtsstreitigkeiten beigelegt werden müssten. Das tat er auch am Dienstag: Der Ansatz bleibe, eine umfassende Lösung zu finden, sagte der Manager. Ein neuer Vorschlag werde mit den Repräsentanten künftiger Fälle besprochen.

8. Neue Rechtsrisiken am Horizont

Der reduzierte Jahresausblick sowie die andauernden Glyphosat-Rechtsrisiken belasten die Aktie. Am Dienstagnachmittag ging es für die Papiere rund drei Prozent nach unten. Am heutigen Mittwoch steht für die Bayer-Aktien -0,05% dagegen eine leichte Erholung an.

9. Das macht die Bayer-Aktie nach den Zahlen

Bei der Bilanzvorlage bereitete der Konzern die Anteilseigner zudem noch auf zusätzliche hohe Kosten im Zusammenhang mit einer weiteren rechtlichen Baustelle vor. So seien zuletzt Gespräche über mögliche Vergleiche wegen angeblicher Gesundheitsschäden durch die Verhütungsspirale Essure mit Klägern intensiviert worden.

Mit Material von dpaAFX.
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