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Bayer: Alles Wissenswerte vor den Zahlen!

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Bayer legt am Donnerstag die Zahlen für 2019 vor. Im Tagesgeschäft dürfte es für den DAX-Konzern zuletzt wieder besser gelaufen sein – doch Monsanto lastet noch immer schwer auf der Bayer-Aktie. Alles Wissenswerte vor den Zahlen im Überblick:

Das passiert in den einzelnen Sparten

Im Pharmageschäft liefern Wachstumstreiber wie der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea Rückenwind. Weil in wenigen Jahren der Patentschutz unter anderem für diese beiden Medikamente ausläuft, stärkt Bayer die Pharmasparte und sicherte sich so etwa vor rund einem Jahr die Rechte am Krebswirkstoff Larotrectinib. Und auch beim Prostatakrebsmittel Darolutamid gab es Fortschritte. Es ist bereits in den USA, in Brasilien und in Japan zugelassen und dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit bald in Europa auf den Markt kommen.

Spannend wird auch, ob sich die Sparte Consumer Health rund um rezeptfreie Arzneimittel weiter erholt hat. Hier hatte Bayer zuletzt die US-Sonnenschutzmarke Coppertone an den Konsumgüterkonzern Beiersdorf losgeschlagen und die schwächelnde US-Fußpflegemarke Dr. Scholl's an einen Finanzinvestor verkauft.

Daneben trennte sich Bayer auch von seinem Anteil am Chemieparkbetreiber Currenta und vom Tiermedizingeschäft. Mit dem Geld kann der Konzern seinen Schuldenberg abtragen, der durch den Kauf des US-Saatgutkonzerns Monsanto stark gestiegen war.

Glyphosat-Streit im Fokus

Und eben diese Übernahme steht weiterhin im Fokus, nachdem sich Bayer mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf große Rechtsrisiken wegen der angeblichen Krebsgefahr glyphosathaltiger Unkrautvernichter ins Haus geholt hat. Zuletzt mehrten sich die Anzeichen für einen milliardenschweren Vergleich. Ob es allerdings schon im Zuge der Veröffentlichung der Geschäftszahlen Neuigkeiten dazu geben wird, ist offen.

Der wichtigere Termin in der Causa Glyphosat ist die Hauptversammlung Ende April. Sollte Konzernchef Werner Baumann das Thema bis dahin nicht vom Tisch haben, könnte sein Stuhl wackeln. Bereits 2019 hatten die Aktionäre dem Manager die Entlastung verweigert – ein einmaliger Vorgang für einen Dax-Konzern, der zunächst ohne direkte Folgen blieb.

Konzern-Prognose vs. Analysten-Erwartungen

Bayer-Chef Baumann peilt 2019 einen Umsatzanstieg vor Wechselkurseffekten sowie Zu- und Verkäufen von Unternehmensteilen um rund vier Prozent auf etwa 43 Milliarden Euro an. Das Ebitda soll auf dieser Basis etwa 11,6 Milliarden Euro erreichen. Bei den Zielen sind die Tiermedizin und der Chemieparkbetreiber Currenta bereits herausgerechnet.

Experten rechnen für das Gesamtjahr 2019 mit 43,4 Milliarden Euro beim Umsatz sowie 11,5 Milliarden Euro beim operativen Ergebnis. Auch hier sind die Tiermedizin sowie der Chemieparkbetreiber Currenta herausgerechnet. Die Dividende dürfte von 2,80 auf 2,88 Euro je Aktie steigen.

Für das neue Geschäftsjahr 2020 haben die Analysten im Mittel einen Umsatz von 44,8 Milliarden Euro sowie ein Ebitda vor Sondereffekten in Höhe von 12,67 Milliarden Euro auf dem Zettel.

Deutsche Bank bleibt positiv gestimmt

Analyst Falko Friedrichs von der Deutschen Bank geht von einem recht guten Schlussquartal aus, so dass die Leverkusener ihre Jahresziele erreicht haben dürften. Das Agrargeschäft dürfte sich dank der Saatsaison in Lateinamerika und Vorbestellungen nordamerikanischer Landwirte erholt haben. Ob sich damit das Bild für die Agrarwirtschaft insgesamt zum Positiven wende, bleibe aber offen. Schließlich werde das Wetter immer schwieriger vorhersehbar.

Das macht die Aktie

Die wachsende Hoffnung auf einen groß angelegten Vergleich im Glyphosat-Streit treibt seit Monaten eine Erholung der Bayer-Aktie +1,11% an, wenngleich der Kurs jüngst im Sog des schwachen Gesamtmarktes ein wenig abbröckelte. Mit aktuell rund 70 Euro kosten die Papiere gut 35 Prozent mehr als zum Mehrjahrestief von 52,02 Euro vergangenen Juni. Damals hatten Analysten argumentiert, dass Bayer auf solch einem Kursniveau langsam als Übernahmeziel interessant werden könnte.

Mit der Kurserholung drehte in den vergangenen Monaten auch die 200-Tage-Linie als mittelfristiger Trendindikator nach oben. Dennoch bleibt die Bilanz der letzten Jahre trübe. Seit dem Rekordhoch von 146,45 Euro im Frühjahr 2015 hat sich der Kurs halbiert – eine Talfahrt, die sich nach der ersten Glyphosat-Prozessschlappe im August 2018 beschleunigt hatte.


Mit Material von dpaAFX.
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