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Bayer: Erneuter Milliardenverlust

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Bayer hat wegen eines schwierigen Agrargeschäfts auch im dritten Quartal einen Milliardenverlust erlitten. Damit verfehlte der DAX-Konzern sogar die zuletzt gesunkenen Erwartungen von Analysten. Bayer-Chef Werner Baumann bestätigte am Dienstag in Leverkusen zwar die Prognose für das Gesamtjahr, klammerte jedoch negative Währungseffekte aus, die den Konzern vor allem im Agrargeschäft belasten. Zudem lässt eine endgültige Lösung im Fall Glyphosat weiter auf sich warten. 

Auch wegen Abschreibungen in der Agrarsparte fiel im dritten Quartal unter dem Strich ein Verlust von mehr als 2,7 Milliarden Euro an, wie der Dax-Konzern mitteilte. Vor einem Jahr hatte Bayer noch einen Überschuss von etwas mehr als einer Milliarde Euro erzielt. Wie schon im zweiten Quartal erwies sich vor allem der für 60 Milliarden US-Dollar gekaufte US-Saatgutriese Monsanto als Bremsklotz. Damals hatten Milliarden-Rückstellungen für zehntausende Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat von Monsanto für ein dickes Minus gesorgt.

Hier rechnet Bayer +0,02% nun mit höheren Kosten für mögliche künftige Glyphosat-Klagen. So hatte der Konzern im Sommer zwar einen groß angelegten Vergleich in der Sache angekündigt; der zuständige Richter Vince Chhabria hatte sich aber am Umgang mit möglichen künftigen Fällen gestört. Bayer will seither bei diesem Teil der Vereinbarungen nachbessern. "Obwohl Fortschritte erzielt wurden, wird dieser Prozess mehr Zeit brauchen", hieß es nun vom Unternehmen.

Allerdings wird die Zeit nun knapp. Eigentlich hatte Richter Chhabria schon im September zu einer schnellen Einigung gedrängt und gedroht, anderenfalls neue Prozesse anzusetzen. Dies will Bayer nach drei Niederlagen in den ersten drei Glyphosat-Prozessen verhindern.

An seinem Jahresausblick hält Bayer-Chef Werner Baumann dennoch fest - zumindest vor Wechselkurseffekten. Wenn man Belastungen vor allem durch die schwachen Währungen Lateinamerikas sowie den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen herausrechnet, peilt er für 2020 weiterhin einen Umsatz von 43 bis 44 Milliarden Euro an. Das wäre bestenfalls ein Umsatzplus von einem Prozent. Dabei wird das Management etwas vorsichtiger für die Agrarsparte und etwas zuversichtlicher für das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten.

Inklusive Wechselkurseffekten rechnet Bayer allerdings nur noch mit einem Umsatz von 41 bis 42 Milliarden Euro. Hier standen zum Halbjahr noch 42 bis 43 Milliarden auf dem Plan. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen sollen vom Umsatz weiterhin 28 Prozent beim Unternehmen hängen bleiben. Auf dieser Basis rechnet Bayer mit einem operativen Ergebnis von rund 12,1 Milliarden Euro.

Das macht die Aktie von Bayer

Die Bayer-Aktie +0,02% notiert am Dienstag zeitweise rund 0,6 Prozent schwächer bei 41,57 Euro. Damit weiten die DAX-Papiere die Verluste aus und setzen den seit 2017 andauernden Abwärtstrend unbeirrt fort. Gegenüber dem Rekordhoch bei 143,88 Euro aus dem Jahr 2015 hat die Aktie mehr als 70 Prozent eingebüßt. (Mit Material von dpa-AFX) 

10-Jahres-Chart Bayer (in Euro)
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