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Bayer: Starke Zahlen hinterlassen verunsicherte Aktionäre

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Bei Umsatz und Gewinn konnte Bayer 2019 überzeugen. Doch der verhaltene Ausblick und die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung oder eines Verkaufs weiterer Unternehmensteile verunsichern die Anleger. Die Bayer-Aktie fällt rund zwei Prozent.

Bayer hat 2019 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und die Markterwartungen erfüllt. Der Konzernumsatz schnellte um 18,5 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro nach oben. Dabei profitierte das Unternehmen unter anderem von einem Wachstum der Pharmasparte und einer Erholung des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten. In beiden Bereichen stieg der Umsatz etwas stärker als Analysten im Mittel erwartet hatten. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs um rund 28 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro.

Die deutlichen Zuwächse lagen aber auch an der Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto. Unter dem Strich blieben mit 4,09 Milliarden Euro auch dank des Verkaufs von Unternehmensteilen 141 Prozent mehr hängen als vor einem Jahr. Die Dividende soll dennoch unverändert bei 2,80 Euro je Aktie bleiben.

Vorsichtiger Blick ins neue Geschäftsjahr

In das neue Jahr blick Bayer jedoch etwas vorsichtiger als von Experten erhofft. Der Umsatz des fortzuführenden Geschäfts soll vor Wechselkurseffekten im Jahresvergleich um drei bis vier Prozent auf etwa 44 bis 45 Milliarden Euro wachsen.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen und Währungseffekten sollen davon rund 28 Prozent hängen bleiben. Das wären dann 12,3 bis 12,6 Milliarden Euro. Im Unternehmensausblick sind noch keine Folgen der Coronavirus-Epidemie enthalten.

Update zu Glyphosat-Klagen

Im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter ist die Anzahl der Klagen gegen Bayer weiter gestiegen. Bis zum 6. Februar wurden etwa 48 600 Klagen zugestellt. Bayer hatte die Zahl der zugestellten Klagen zuletzt im Oktober mit etwa 42 700 angegeben. Der Anstieg überrascht allerdings nicht.

Dennoch hat der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer in seinem Geschäftsbericht nochmals explizit auf die Risiken durch den Glyphosat-Rechtsstreit in den USA hingewiesen. Im Zuge der Verfahren könnten bei einer Verurteilung, aber auch durch außergerichtliche Vergleiche erhebliche finanzielle Nachteile entstehen. Im diesem Zusammenhang könnte zusätzlicher Finanzbedarf entstehen, der eventuell auch durch eine Kapitalerhöhung oder einen Verkauf von Unternehmensteilen gedeckt werden müsste.

Die Leverkusener und der 2018 übernommene US-Saatguthersteller Monsanto hatten in den ersten drei Glyphosat-Prozessen hohe Schadenersatzurteile kassiert. Der Konzern will die Schuldsprüche in Berufungsverfahren aufheben lassen. Hinter den Kulissen laufen aber auch Vergleichsgespräche unter Führung des Mediators und Staranwalts Ken Feinberg auf Hochtouren. Die meisten Analysten rechnen mit einem milliardenschweren Vergleich und Gesamtkosten von bis zu 12 Milliarden Euro.

Das macht die Aktie

Der schwächer als erwartete Ausblick und die nicht abzusehenden Folgen durch das Coronavirus können die Anleger trotz der übertroffenen Erwartungen 2019 nicht wirklich überzeugen. Nach der Veröffentlichung des Geschäftsberichts geht es mit der Bayer-Aktie +1,11% in einem schwachen Gesamtmarkt rund zwei Prozent bis auf 68,00 Euro nach unten. In diesem Bereich verläuft auch eine horizontale Unterstützung.


Mit Material von dpaAFX
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