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Bayer trotzt Corona-Krise – wäre da nicht Glyphosat

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Derzeit ächzen viele Konzerne unter den Lasten der Corona-Krise. Anders bei Bayer: Zwar könnte die Krise im Jahresverlauf Kratzer hinterlassen, insgesamt stehen die Leverkusener aber recht gut da – wäre da nicht die Sache mit dem Glyphosat.

Die Geschäfte laufen gut

Gerade in den USA dürfte das Geschäft mit Mais- und Sojasamen dieses Jahr besser laufen, nachdem 2019 Überschwemmungen in Teilen des Mittleren Westens den Bauern das Leben schwergemacht hatten.

Zugleich bleibt das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten der Sparte Consumer Health auf Erholungskurs. Der Umbau des Segments inklusive des Verkaufs schwächelnder US-Geschäftsteile rund um Sonnenschutz und Fußpflege zahlt sich aus.

Im Pharmageschäft bleibt abzuwarten, ob die Verschiebung nicht dringend notwendiger Behandlungen wegen des Platzbedarfs der Krankenhäuser für Corona-Patienten gebremst haben. Am ehesten könnte sich das Experten zufolge auf das Augenmedikament Eylea und weniger stark auf den Gerinnungshemmer Xarelto auswirken.

Zu Xarelto gab es zuletzt positive Nachrichten: Analysten lobten Studiendaten zu Patienten mit Durchblutungsstörungen in den Beinen, die sich deswegen einem Eingriff unterziehen mussten. Sie hoffen nun auf noch mehr Umsatz für einen der wachstumsstärksten Kassenschlager von Bayer. Und auch zum Hoffnungsträger Vericiguat gegen Herzinsuffizienz gab es zuletzt positive Studiensignale.

Glyphosat bleibt Thema

Abseits des Tagesgeschäfts treibt Investoren und Analysten das Thema Glyphosat weiter um. Eigentlich rechneten Experten mit einer Lösung im US-Rechtsstreit bis zur Hauptversammlung am 28. April. Dem Vernehmen nach dürfte dies das Ziel von Bayer gewesen sein, auch um Druck von Konzernchef Werner Baumann zu nehmen.

So hatte das "Wall Street Journal" Mitte März über einen Vergleichsentwurf berichtet, auf den sich Bayer mit sechs Anwaltskanzleien geeinigt habe. Der Kompromiss sehe laut Insidern eine Zahlung in der Größenordnung von zehn Milliarden US-Dollar vor, hatte es geheißen.

Ob der Zeitplan angesichts der Virus-Krise zu halten ist, scheint aber fraglich. Dass ein Vergleich womöglich nicht vor der Hauptversammlung gefunden werden konnte, sei kein Malus, sagt Mark Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Entscheidend ist, dass ein nicht zu schmerzhafter Vergleich kommt, nicht wann er kommt."

Mit Blick auf die Kosten eines möglichen Vergleichs sieht Bayer sich jedenfalls gut gerüstet. Das hatte Finanzchef Wolfgang Nickl bereits Ende Februar betont. Allein der Verkauf der Tiermedizin soll Bayer 7,6 Milliarden Dollar (rund 7 Mrd. Euro) einbringen – den Großteil davon in bar, einen kleineren Teil in Aktien des Käufers Elanco.

Das macht die Aktie von Bayer

Bis zum Beginn des Corona-Crashs an den Aktienbörsen waren die Bayer-Papiere auf Erholungskurs. Mit etwas mehr als 78 Euro kosteten sie Anfang Februar so viel wie zuletzt im Herbst 2018. Im Sog des Corona-Kurssturzes, der ab dem 24. Februar so richtig Fahrt aufnahm, ging es dann bis auf weniger als 45 Euro nach unten.

Aktuell kosten die Anteilsscheine knapp 60 Euro. Mit einem Plus von rund 34 Prozent seit dem Corona-Tief liefen die Bayer-Papiere damit dem DAX sogar ein wenig voraus. Längerfristig bleibt das Bild trüb: Seit der ersten Glyphosat-Prozessschlappe im August 2018 steht auf dem Kurszettel immer noch ein Minus von rund 36 Prozent. Vom Rekordhoch von 146,45 Euro von aus dem Frühjahr 2015 ging es sogar um fast 60 Prozent abwärts.

Mit Material von dpaAFX.
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