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Bayer & Glyphosat: Es geht in die zweite Runde

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der US-Rechtsstreit, mit dem das Glyphosat-Debakel für Bayer begann, geht in die nächste Runde: Die erste Anhörung vor dem Berufungsgericht findet am Dienstag statt. Doch selbst wenn es gelingen sollte, den Schuldspruch aufzuheben – es gibt etliche weitere US-Klagen.

Womit alles begann

Der 10. August 2018 war für Bayer ein rabenschwarzer Tag: Die Geschworenenjury eines Gerichts in San Francisco urteilte, dass der neuerdings zum Bayer-Konzern gehörende US-Saatguthersteller Monsanto dem Krebs-Opfer Dewayne Johnson insgesamt 289 Millionen Dollar an Schadenersatz zahlen muss. Bayer stand plötzlich mit dem Rücken zur Wand, auch wenn das Gericht die Summe rasch auf 78 Millionen Dollar reduzierte.

Das Urteil offenbarte schlagartig, welch hohe Risiken sich der Konzern mit der ohnehin umstrittenen Monsanto-Übernahme aufgeladen hatte. Für Bayer ein Riesenschlamassel, die Leverkusener hatten Monsanto kurz zuvor erst für rund 63 Milliarden Dollar gekauft – und damit auch die Rechtslasten übernommen. Die nahmen nun rasant zu, denn das harsche Urteil rief noch viel mehr Kläger auf den Plan.

Vergleiche mit anderen Klägern

Es folgten zwei weitere Niederlagen vor US-Gerichten, Imageprobleme, und ein heftiger Kurssturz der Bayer-Aktie – die Konzernführung um Vorstandschef Werner Baumann geriet massiv in die Kritik. Zuletzt war Bayer laut eigenen Angaben mit 52.500 zugestellten US-Klagen wegen angeblicher Krebsgefahren glyphosathaltiger Unkrautvernichter konfrontiert. Der Konzern ist sich keiner Schuld bewusst, die Produkte seien bei sachgemäßer Anwendung harmlos, beteuert der Konzern immer wieder.

Obwohl Bayers große Krise mit dem ersten Urteil losging, das nun in Berufung verhandelt wird, könnte der Ausgang in der Gesamtbetrachtung am Ende leicht zur Randnotiz werden. Denn mit den Anwälten der meisten restlichen Kläger in den USA laufen längst Gespräche über einen Vergleich. Experten rechnen mit einem Kompromiss, der Bayer geschätzte rund zehn Milliarden Dollar kosten könnte.

Das macht die Bayer-Aktie

Die Aktie von Bayer ±0,00% hat sich zwar in der zweiten Jahreshälfte 2019 von den Glyphosat-Klagen etwas erholt. Vom damaligen Tief bei rund 52,00 Euro ging es knapp 50 Prozent nach oben. Dann schlug jedoch die Coronakrise voll durch – und drückte die Bayer-Aktie sogar auf 48,30 Euro nach unten. Seitdem läuft eine neue Erholungsbewegung, die nun vor der 90-Tage-Linie bei 62,34 Euro steht. Sollte diese Trendlinie durchbrochen werden, steht dem DAX-Papier ein neues Hoch nach der Coronakrise ins Haus.

Mit Material von dpaAFX.
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