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Bechtle: Skeptischer Konzernchef beendet Kursrallye

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Beim IT-Dienstleister Bechtle ist etwas die Luft raus. Zwar seien die Auftragsbücher Dank des Trends zum Homeoffice noch vom vergangenen Jahr gut gefüllt, doch der Mangel an Halbleitern könnte die positive Entwicklung ausbremsen, so zumindest die Befürchtung des Managements. Nach dem Rekordhoch Ende 2020 gehören die Papiere dieses Jahr zu den Verlierern im MDax.

Eigentlich ging das Jahr gut los für Bechtle. Im Februar wurde Bilanz gezogen für das Corona-Jahr 2020 in dem Umsatz und Vorsteuerergebnis ordentlich zulegten. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit etwas mehr als 190 Millionen Euro knapp 13 Prozent mehr. Ein klassischer Corona-Profiteur. Und bei der Vorlage der Quartalszahlen im Mai zeigte sich, dass der Jahresauftakt gelungen ist. Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung, sieht also erstmal alles unauffällig aus und doch ist die Stimmung nicht mehr so gut wie noch 2020.

Konzernchef dämpft Erwartungen 

Denn Vorstandschef Thomas Olemotz schob bei der Vorlage der Jahreszahlen direkt mal vor, dass es durchaus ein ambitioniertes Ziel sei, die Marge auf Basis des Gewinns vor Steuern dieses Jahr auf dem Vorjahresniveau von 4,7 Prozent zu halten. 

Umsatz und Vorsteuerergebnis wolle man aber "deutlich" steigern und meint damit ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Analysten hatten aber eher mit einem niedrigen zweistelligen Plus gerechnet. Zudem verwies Olemotz, dessen Vertrag im Februar um fünf Jahre bis 2026 verlängert wurde, wegen der angespannten Liefersituation in der gesamten IT-Branche auf die Unsicherheiten für dieses Jahr - und auch auf die ungewisse Entwicklung der Pandemie. 

Konservative Haltung verunsichert Anleger

Diese verhaltene Perspektive enttäuschte die Aktionäre, aber im Laufe des ersten Quartals erholte sich der Kurs zunächst wieder. Als Olemotz seine Vorsicht bei den Quartalszahlen im Mai aber mit den Worten "die Unwägbarkeiten waren selten so hoch wie derzeit" nochmal wiederholte, stieß er damit die Märkte erneut vor den Kopf. Dabei wuchsen im ersten Quartal Umsatz und Ergebnis schneller als in der Jahresprognose veranschlagt. Für sich genommen hätten die Zahlen auch eine Prognoseerhöhung gerechtfertigt, räumte Olemotz ein. Er bleibe aber vorsichtig.

Das sagen die Analysten 

Baader-Bank-Analyst Knut Woller rechnet mit prozentual zweistelligem Umsatzwachstum im zweiten Quartal. Martin Jungfleisch von der Investmentbank Kepler Cheuvreux schließt auch eine Anhebung der Jahresziele nicht aus. Die meisten Analysten blieben auch nach der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal Mitte Mai bei ihren vorangegangenen Einschätzungen.

Der Tenor der Studien ist gut, die Zahlen hätten die Erwartungen übertroffen, allerdings zeigen sich die Analysten mit Blick auf Probleme beim IT-Service und die Lieferengpässe nicht übermäßig euphorisch.

Das sieht Mirko Maier von der LBBW anders. Er kürte Bechtle jüngst zur Aktie des Monats im Juni und argumentiert in seiner Studie, dass der anstehende Aktiensplit und die "für einen Technologiewert vergleichsweise attraktive Dividendenrendite" von knapp einem Prozent im vergangenen Jahr für den Kauf sprechen. Zudem sieht Maier Bechtles Ziel, bis 2030 einen Umsatz von 10 Milliarden Euro zu erreichen, als nicht zu ambitioniert an. 

Das macht die Bechtle-Aktie

Für Bechtle-Investoren brachte der bisherige Jahresverlauf mit Verlusten eher Ungewohntes. Die Bechtle-Aktie gehört im bisherigen Jahresverlauf mit einem Minus von rund neun Prozent zu den Verlierern im MDAX +0,53% . Damit ist die Bechtle-Aktie von ihrem Rekord von etwas mehr als 190 Euro im vergangenen November inzwischen rund 15 Prozent entfernt. Am Dienstagmorgen zog die Bechtle-Aktie +7,89% um 0,4 Prozent auf 162,70 Euro an.

Sechs-Monats-Chart Bechtle (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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