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Bechtle: Zu Unrecht abverkauft

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Zum Wochenbeginn verloren die Aktien von Bechtle noch deutlich – am Mittwoch werden die Kursverluste auf einen Schlag wieder eingeholt. Der Grund für die Euphorie der Anleger: Das Management des IT-Systemhauses hebt erneut die Prognose an.

Bechtle profitierte im dritten Quartal davon, dass viele Unternehmen und Behörden ihre IT-Systeme aufrüsten, um Arbeitsprozesse auch im Home-Office oder Mobiles Arbeiten zu verbessern. Einen mehr als siebenprozentigen Umsatzanstieg hatte das Unternehmen schon vorab berichtet. Auch dank Kosteneinsparungen legten das Vorsteuerergebnis und der Nettogewinn um jeweils rund ein Viertel zu.

Da Vorstandschef Thomas Olemotz mit einem branchentypisch guten Schlussquartal rechnet, traut er seinem Unternehmen nun für das Gesamtjahr einen mehr als zehnprozentigen Anstieg des Vorsteuerergebnisses zu. Bisher hatte Bechtle hier fünf bis zehn Prozent angepeilt und die Markterwartung am oberen Ende dieser Spanne gelegen.

Analysten mit mehrheitlich lobenden Worten

Einige Experten hatten zwar schon damit gerechnet, dass der IT-Dienstleister beim Vorsteuerergebnis mutiger werden könnte. Doch nun fällt dieses 2020 wohl noch etwas höher aus als bisher gedacht. Die Analystenreaktionen fallen entsprechend positiv aus.

Knut Woller von der Baader Bank sah sich in seiner schon nach den Eckdaten geäußerten Einschätzung bestätigt, dass die Jahresziele zu konservativ gewesen seien. Bechtle schlage sich im schwierigen Umfeld weiter sehr gut, so Woller. Sein Kollege Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies sprach von einem "weiteren starken Signal in einem schwierigen Jahr".

Etwas zurückhaltender fiel indes das Urteil des Bankhauses Lampe aus. Deren Experte Wolfgang Specht sprach zwar von einem beeindruckenden Wachstum und verwies darauf, dass die letzten sechs Wochen des Jahres traditionell für rund 40 Prozent der Jahresumsätze und -gewinne stünden. Zum Beginn des neuen Jahres befürchtet er aber eine schwindende Wachstumsdynamik. Denn sowohl Übernahmefantasien als auch der Rückenwind durch die Corona-Pandemie dürften dann nachlassen.

Das macht die Aktie von Bechtle

Nach einem Sprung bis auf 171 Euro behaupteten die Bechtle-Aktien -0,65% um die Mittagszeit noch einen Kurszuwachs von rund 13 Prozent auf 170 Euro. Damit machten sie die deutlichen Verluste der beiden vergangenen Tage mehr als wett und waren klarer Spitzenreiter im starken MDAX -1,89%.

Zudem nähern die Bechtle-Papiere sich wieder dem knapp einen Monat alten Rekordhoch bei 181,80 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus aktuell auf mehr als ein Drittel. Beim Index der mittelgroßen Börsenunternehmen steht für diesen Zeitraum nur ein minimaler Anstieg von wenigen Punkten zu Buche.

Mit Material von dpaAFX.
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