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Billige TUI-Aktie findet keine Fürsprecher

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Bereits vor der Corona-Krise litt TUI unter der Preisschlacht im Sektor. Nun fehlt die Kraft für eine Erholung. Es mangelt schlichtweg an positiven Impulsen – und kein Analyst wagt es, für das Papier des Reisekonzerns die Hand ins Feuer zu legen.

Nachdem der TUI-Konzern +3,29% nach der Finanzkrise 2008/2009 fast in die Pleite geschlittert und der Aktienkurs im Jahr 2011 abgesackt war, ging es unter dem neuen Konzernchef Fritz Joussen wieder aufwärts. Im Mai 2018 lugte der Kurs erstmals seit 2007 wieder über die Marke von 20 Euro.

Doch die Freude über das Langzeithoch nur kurz. Erst ließ eine Preisschlacht im Last-Minute-Geschäft den Kurs fallen. 2019 schickte der Vorstand die Aktie mit zwei Gewinnwarnungen weiter abwärts. Der Zusammenbruch des Reisegeschäfts wegen der Corona-Pandemie gab dem Kurs 2020 den Rest.

Mit 2,42 Euro war die Aktie Mitte März so billig wie nie. Seitdem ging es zwar zwischenzeitlich wieder bis auf mehr als 7 Euro nach oben. Doch seit Mitte Juni hat der Kurs die Marke von 5 Euro nicht mehr erreicht und lag zuletzt bei knapp 4 Euro.

Kein Analyst rät zum Kauf

Obwohl TUI-Aktien derzeit so billig sind wie seit acht Jahren nicht mehr, können Analysten kaum einen Grund zum Einstieg erkennen. Von neun Branchenexperten, die ihre Einschätzung seit dem Corona-Crash an den Börsen Mitte März erneuert haben, raten sechs dazu, die Papiere abzustoßen. Drei Analysten empfehlen die Papiere zu halten. Kein einziger rät zum Kauf. Im Schnitt schreiben sie der Aktie ein Kursziel von 2,84 Euro zu – mehr als ein Viertel unter dem jüngsten Börsenkurs.

Analystin Rebecca Lane vom Analysehaus Jefferies bezeichnete die zwischenzeitliche Erholung des Kurses im Frühsommer bereits im Juni als nicht gerechtfertigt. Als Grund nannte sie den Liquiditätsbedarf, der auf den Konzern zukommt. TUI könne die hohe Verschuldung langfristig nicht tragen.

Dabei kam der zweite Staatskredit über 1,2 Milliarden Euro, den sich TUI im August sicherte, für Experten nicht überraschend. Analyst Jamie Rollo von der US-Investmentbank Morgan Stanley hatte dem Konzern bereits im Mai nach dem ersten Staatskredit eine Deckungslücke von mehr als einer Milliarde Euro attestiert. Daher drohe eine gewaltige Kapitalerhöhung, schrieb er.

Dabei konnten die Experten noch nicht wissen, dass einige Regierungen schon wenige Wochen nach dem Wiederanlaufen des Urlaubsgeschäfts neue Warnungen erlassen würden – was die missliche Lage der Touristikbranche wieder verschärfte. Die große Unsicherheit darüber, wie sich das Reisegeschäft in der nächsten Zeit entwickelt, zieht sich als roter Faden durch die Aktienanalysen.

Mit Material von dpaAFX.
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