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BioNTech: Die Gründe für das neue Allzeithoch

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Sicherheitsbedenken wegen der Corona-Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson geben den mRNA-basierten Impfstoffen und den Aktien von BioNTech, Pfizer und Moderna neuen Schub. BioNTech-Papiere erklimmen sowohl im deutschen wie auch im US-Handel neue Kurshöhen. Und Analysten sehen weiteres Potenzial.

 

Während die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson derzeit unter den Nebenwirkungen bei Geimpften leiden und vorerst nicht mehr verimpft werden, wird auf die Vakzine von BioNTech und Pfizer ausgewichen.

So sollen die mehr als zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren, die in Deutschland bereits eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben bei der notwendigen Zweitimpfung auf ein anderes Präparat umsteigen.

Bei den Beratungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) sei klar geworden, dass die Zweitimpfung mit einem mRNA-Imfpstoff, also dem Präparat von BioNTech/Pfizer oder Moderna -2,87%, eine gute Basis sei, um die Menschen wirksam zu schützen, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek gegenüber dpa.

Zudem wollen BioNTech und Pfizer bis Ende Juni zusätzlich 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an Deutschland und die übrigen EU-Staaten liefern. Dies teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit. Es handele sich um eine Lieferung, die aus dem vierten Quartal vorgezogen werde. Im zweiten Quartal von April bis Juni kämen somit insgesamt 250 Millionen Dosen Impfstoff von BioNTech/Pfizer, sagte von der Leyen.

Die Lieferung werde nach Bevölkerungsanteil auf die 27 EU-Staaten verteilt, fügte sie hinzu. Dieser liegt für Deutschland bei 18,6 Prozent. Von der zusätzlichen Lieferung kann die Bundesrepublik also rechnerisch gut neun Millionen Dosen erwarten.

Dies könnte die möglichen Ausfälle beim Impfstoff von Johnson & Johnson zum Teil wettmachen. Der US-Hersteller hatte seine Auslieferung an die EU-Staaten am Dienstag ausgesetzt. Hintergrund sind Berichte über Sinusvenen-Thrombosen. Der Konzern untersucht die Fälle, auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft sie.

Wann die Lieferungen in Europa wieder aufgenommen werden, ist unklar. Johnson & Johnson sollte im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen liefern. Das Mittel wird nur einmal gegeben, andere Impfstoffe hingegen zweimal.

Während die Kurse von AstraZeneca +2,14% und Johnson & Johnson +0,12% unter Rückgängen leiden, profitiert der Kurs von BioNTech -4,87%. Am Mittwoch-Nachmittag übersprang der Kurs auf Xetra erstmals die Marke von 110 Euro - ein neues Allzeithoch. Auch im US-Handel erreichte die BioNTech-Aktie bei gut 132 Dollar ein neues Rekordniveau.

Das Investmenthaus Bryan Garnier hat BioNTech auf "Buy" heute mit einem Kursziel von 135 US-Dollar belassen. Die Sicherheitsbedenken wegen der Corona-Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson dürften den mRNA-basierten Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna einen weiteren Schub geben, schrieb Analystin Olga Smolentseva in einer Studie.

Sechs-Monats-Chart BioNTech (in Euro, Xetra)


Von der Leyen kündigte zudem Verhandlungen mit BioNTech/Pfizer über die Lieferung von weiteren 1,8 Milliarden Impfdosen für die Zeit von 2021 bis 2023 an. Diese sollen für Auffrischungen sowie für die Impfungen von Kindern verwendet werden. Teil der Vereinbarungen soll eine vollständige Herstellung in der EU sein, nicht nur des Impfstoffs, sondern auch aller wesentlicher Bestandteile, wie von der Leyen sagte. Sie hoffe auf einen schnellen Abschluss der Verhandlungen.

Von der Leyen betonte, man wolle sich auf Impfstoff-Technologien konzentrieren, die ihren Wert unter Beweis gestellt hätten. Das spreche für mRNA-Impfstoffe, wie sie Biontech/Pfizer produzieren. Astrazeneca und Johnson & Johnson nutzen für ihre Impfstoffe hingegen eine andere Wirkweise mit Hilfe sogenannter Adenoviren. (Mit Material von dpa-AFX)

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