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BMW: Abstufung und Chipmangel setzen Aktie unter Druck

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

BMW schränkt die Autoproduktion in seinem größten europäischen Werk Dingolfing ein, weil Elektronikchips fehlen. Ab kommendem Montag werde eine Woche lang nur eine Schicht gefahren statt bisher zwei Schichten, sagte eine Konzernsprecherin am Mittwoch. Zudem belastet eine Abstufung durch die Investmentbank Stifel den Aktienkurs. 

Seit Ende April waren bei BMW schon einzelne Schichten in den Werken Regensburg, Oxford und beim Auftragsfertiger Nedcar ausgefallen. Jetzt fehlten Chips für Bauteile, die in den großen BMW-Baureihen gebraucht werden, sagte die Sprecherin. Die weltweiten Lieferengpässe erforderten bei Einkauf und Produktion inzwischen "eine tagesaktuelle Planung".

In Dingolfing werden die 5er- bis 8-er-Baureihen, Elektroantriebe und in Kürze auch der vollelektrische iX gebaut. Wie viele der rund 17 000 Mitarbeiter vom Ausfall der zweiten Schicht nächste Woche betroffen seien, stehe noch nicht fest. Aufgrund des Chipmangels dürften 2021 weltweit 3,9 Millionen Fahrzeuge weniger produziert werden, schätzt die Unternehmensberatung Alix Partners.

Stiefel senkt den Daumen 

Die Investmentbank Stifel sieht für die BMW-Aktien nach der jüngsten Kursrally weniger Potenzial als für die Konkurrenz. Analyst Daniel Schwarz bleibt in einer Studie vom Donnerstag generell optimistisch für deutsche Autohersteller. Die BMW-Aktie sei jedoch teurer als die der Wettbewerber, was nicht mehr gerechtfertigt sei.

Im Vergleich weniger Treiber durch Konzernveränderungen, der Produktzyklus und der Zeitplan für die Einführung von Elektroautos, all dies erscheine im direkten Vergleich weniger attraktiv. Zugleich sei eine der Kernstärken der Münchener, nämlich die sehr starke Bilanz, in einem positiven Umfeld ein nicht allzu großer Wettbewerbsvorteil.

Da er seine Erwartungen für das Ergebnis je Aktie im Jahr 2022 um fast ein Drittel anhob, setzte er entsprechend sein Kursziel von 85 auf 116 Euro nach oben. Damit sieht er noch Potenzial für die Aktie von rund 24 Prozent. Sein Anlageurteil senkte er aber er von "Buy" auf "Hold".

Das macht die BMW-Aktie 

Die BMW-Stammaktie +1,15% gab am Donnerstag um rund ein Prozent auf 93,58 Euro nach. Seit Jahresbeginn legte der Kurs jedoch um gut 30 Prozent zu. Auf Sicht der letzten zwölf Monate steht ein Plus von 58 Prozent zu Buche.

Sechs-Monats-Chart BMW (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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