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BMW: Düstere Aussichten nach den Zahlen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Auf dem Papier hat BMW fast genauso viel verdient wie im Vorjahr – doch die Corona-Krise hinterlässt tiefe Spuren. Das Management ist daher gezwungen, die Investitionen drastisch zurückzufahren und den Ausblick zu senken.

Der Autobauer BMW hat im ersten Quartal spürbar unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten. Zwar konnten die Münchener unter dem Strich mit 574 Millionen Euro fast genauso viel Gewinn einfahren wie im schwachen Vorjahreszeitraum. Das lag aber vor allem daran, dass vor einem Jahr eine 1,4 Milliarden Euro schwere Rückstellung für eine mögliche Kartellzahlung in der Autosparte angefallen war.

Der Konzernumsatz stieg in den ersten drei Monaten trotz der um rund ein Fünftel gesunkenen Autoverkäufe überraschend um 3,5 Prozent auf 23,3 Milliarden Euro, was an internen Verrechnungen lag. Weil das Volumen von Finanzierungsverträgen mit dem gesunkenen Autoverkauf vor allem in den USA zurückging, ergaben sich deutliche Abweichungen interner Verrechnungen zwischen der Autosparte und den Finanzdienstleistungen im Vergleich mit dem Vorjahreswert, wie ein Sprecher sagte.

Jetzt heißt es: Sparen, sparen, sparen!

BMW-Chef Oliver Zipse hat zudem den Sparkurs verschärft und angekündigt, dass dieses Jahr mit weniger Mitarbeitern bestritten werden soll. "Die Situation bleibt ernst", sagte er. Bisher hatte das Unternehmen noch eine weitgehend stabile Mitarbeiterzahl im Auge. Insgesamt soll im Konzern die Zahl leicht sinken, hieß es am Dienstagabend. "Leicht" heißt bei BMW zwischen einem und fünf Prozent.

Darüber hinaus kündigte Finanzchef Nicolas Peter an, dass BMW in diesem Jahr die Investitionen von 5,7 Milliarden auf unter 4 Milliarden Euro drücken will. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation werden wir einige Projekte verschieben oder noch einmal auf den Prüfstand stellen", erklärte er. In der Corona-Krise hat die Kassenlage besondere Bedeutung, damit bei laufenden Kosten nicht irgendwann das Geld ausgeht. An der geplanten Dividende von 2,50 Euro je Stammaktie rüttelte BMW aber zunächst nicht.

Ausblick gesenkt

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in zahlreichen Märkten hielten länger an als bei Vorlage der Prognose Mitte März absehbar, hieß es seitens BWM bereits am Dienstagabend. Deshalb wurde der Ausblick gesenkt. Besonders stark dürften sich die Auswirkungen voraussichtlich im laufenden zweiten Quartal 2020 zeigen.

Die EBITDA-Marge erwartet das Management um Vorstandschef Oliver Zipse nun im Gesamtjahr zwischen 0 und 3 Prozent. Bisher standen 2 bis 4 Prozent Marge im Plan, im Vorjahr hatte BMW 4,9 Prozent erreicht.

Das macht die Aktie von BMW

Die BMW-Aktie +3,54% verlor zum Handelsauftakt fast drei Prozent. Ein Händler meinte, die Aussichten hätten sich mit der Prognosesenkung stark verdüstert. RBC-Analyst Tom Narayan wandte ein, dass am Markt auch bisher schon mit Ergebnissen gerechnet worden war, die am unteren Ende der alten Prognosespanne im Autogeschäft lagen. Gleichwohl dürften sich die Schätzungen am Markt weiter eintrüben. Jefferies-Experte Philippe Houchois sprach von einer schwachen Profitabilität im Autogeschäft.

Mit Material von dpaAFX.
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