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Boeing: 737-Max und Coronakrise prägen Q-Zahlen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der US-Luftfahrtriese Boeing ächzt nach seinem Rekordverlust im vergangenen Jahr weiter unter der Corona-Krise und hat Anfang 2021 erneut tiefrote Zahlen geschrieben. Im ersten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von 561 Millionen Dollar, wie der Airbus-Rivale am Mittwoch in Chicago mitteilte.

Damit verzeichnete der Flugzeugbauer bereits das sechste Vierteljahr in Folge einen Verlust. Vor einem Jahr hatte der Fehlbetrag bei 641 Millionen Dollar gelegen.

Zwar konnte Boeing nach der Aufhebung des Flugverbots für seinen Bestseller 737 Max in wichtigen Märkten wie den USA und Europa wieder zahlreiche Maschinen der Reihe ausliefern und auch neue Bestellungen einsammeln. Dafür gab es Probleme mit dem Langstreckenjet 787 "Dreamliner", so dass der Hersteller im abgelaufenen Quartal nur zwei Exemplare an seine Kunden übergab. Der Umsatz lag mit 15,2 Milliarden Dollar noch einmal zehn Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Zuwächse im Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft konnten den starken Einbruch in der Verkehrsflugzeugsparte nicht ausgleichen.

737-Max-Probleme dauern an 

Darüber hinaus gibt es auch schon wieder neue Baustellen bei der 737 Max, die wegen zwei Abstürzen mit 346 Toten rund 20 Monate mit Startverboten belegt und erst im November wieder in den USA zum Betrieb zugelassen worden war. Momentan müssen schon wieder rund 106 Maschinen am Boden bleiben, weil Boeing Anfang April Elektrik-Probleme im Cockpit fand, die sich als weitreichender entpuppten als zunächst gedacht.

Boeing machte im Geschäftsbericht keine klaren Angaben dazu, wann und wie die Mängel beseitigt werden sollen. Calhoun erklärte in einem Schreiben an die Mitarbeiter, dass die Pläne für zur Behebung der Probleme kurz vor dem Abschluss stünden und die Reparaturen nur ein paar Tage Arbeit pro Flugzeug erfordern dürften. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA muss der Lösung jedoch zustimmen und dürfte angesichts der Vorgeschichte des Unglücksjets penibel prüfen. 

Boeing-Chef hofft auf Wendepunkt 

Boeing-Chef Dave Calhoun bemühte sich anlässlich des Zwischenberichts Zuversicht zu verbreiten: "Wir sehen 2021 als wichtigen Wendepunkt für unsere Branche." Zwar belaste die Pandemie den Markt für Flugzeuge weiter, doch mit der zunehmenden Verbreitung von Impfstoffen steige die Hoffnung auf eine kräftige Erholung.

Das macht die Aktie von Boeing 

Anleger teilten den Optimismus nicht und ließen die Boeing-Aktie +0,35% um mehr als drei Prozent auf 234,98 Dollar fallen. Analysten hatten im Schnitt mit einem geringeren Verlust gerechnet.

Sechs-Monats-Chart Boeing (in US-Dollar)
Mit Material von dpa-AFX.
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