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Coinbase: Diese 3 Dinge können dem Krypto-Hoffnungsträger gefährlich werden

| Quelle: DER AKTIONÄR | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Die Aktie des Kryptobörsen-Betreibers Coinbase ist mit großen Erwartungen an die Börse gekommen. Ausgehend von einem Referenzkurs von 250 Dollar ist sie beim Direct Listing im April aus dem Stand bis auf 429,54 Dollar nach oben geschossen. Die anfängliche Euphorie ist allerdings schnell verflogen und der Kurs deutlich zurückgekommen. Und in Zukunft droht womöglich noch mehr Gegenwind.

Coinbase ist die beliebteste Kryptobörse in den USA und für viele die erste Anlaufstelle, wenn sie in Bitcoin und Co investieren wollen. 56 Millionen aktive Nutzer und 335 Milliarden Dollar Handelsvolumen hat das Unternehmen im ersten Quartal ausgewiesen. Umsatz und Gewinn sind dank der Rallye am Kryptomarkt regelrecht explodiert.

Bei genauerem Hinsehen werden im Quartalsbericht aber auch Warnsignale sichtbar. So wurden fast 94 Prozent der Erlöse aus Transaktionsgebühren im Geschäft mit Privatkunden erwirtschaftet – obwohl institutionelle Kunden über die Hälfte der Assets auf der Plattform und fast zwei Drittel des Handelsvolumens beigetragen haben.

Mehr Konkurrenz, weniger Gebühren

Das Unternehmen ist also hochgradig abhängig von den Gebühreneinnahmen im Privatkundengeschäft. Doch genau dort droht Gegenwind. Mit einer aktuellen Kampagne wirbt der Discount-Broker Robinhood in den USA offensiv mit der Option zum gebührenfreien Krypto-Handel. Einige Analysten befürchten über kurz oder lang einen Gebührenkrieg, der die bisherige Haupteinnahmequelle von Coinbase weitgehend trockenlegen könnte.

Doch selbst wenn es nicht gleich so weit kommt, wächst der Konkurrenzdruck auf den Kryptobörsen-Betreiber. Dank der Rallye der vergangenen Monate sind nicht nur neue Anleger auf Kryptowährungen als Assetklasse aufmerksam geworden – auch traditionelle Banken und Finanzdienstleister wittern ein lukratives Geschäft und öffnen sich für Bitcoin und Co.

Erst in dieser Woche hat beispielsweise der Online-Broker Interactive Brokers angekündigt, in den kommenden Monaten den Handel mit einigen Kryptowährungen anbieten zu wollen. Der Finanzdienstleister FIS und die auf Krypto-Verwahrung spezialisierte US-Firma NYDIG arbeiten sogar an einer Lösung, mit der die Kunden zahlreicher US-Banken ganz bequem über ihr bestehendes Konto Krypto kaufen können. Hart gesprochen: Wer braucht da noch Coinbase?

Der Kryptomarkt ist keine Einbahnstraße

Dass die Q1-Zahlen so sensationell ausgefallen sind, ist insbesondere der starken Entwicklung am Kryptomarkt zu verdanken. Denn sowohl das operative Geschäft, als auch der Aktienkurs korrelieren stark mit der Kursentwicklung von Bitcoin und Co. Im Bullenmarkt ist das ein Segen.

Coinbase verdient zwar auch Geld, wenn das Handelsvolumen wegen stark sinkender Kurse in die Höhe schießt, und dürfte daher auch im zweiten Quartal wieder starke Zuwächse verzeichnen. Ob diese Entwicklung nachhaltig ist, ist allerdings fraglich.

Eine längere Seitwärtsphase ohne nennenswerte Impulse – in der Branche „Krypto-Winter“ genannt, wäre Gift fürs Geschäft. Und der Kryptomarkt ist dafür bekannt, dass es zwischen den Boom-Phasen auch immer wieder monatelange Durststrecken gibt. Spätestens wenn der aktuelle Hype wieder abflaut, müssen sich die Investoren auf harte Einbrüche bei Umsatz und Gewinn einstellen.

Die große Unbekannte

Doch auch wenn die Rallye noch länger andauert, könnten das zum Problem werden. Denn je stärker der Kryptomarkt wächst, desto mehr werden sich auch die Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt für das Thema interessieren. Speziell in den USA und anderen westlichen Ländern, wo der Großteil der Coinbase-Kunden sitzen dürfte, rechnet DER AKTIONÄR nicht mit pauschalen Verboten à la China – zumal deren technische Umsetzung ohnehin fraglich ist.

Dennoch gibt es genügend Stellschrauben, an denen die Staaten drehen könnten – etwa hinsichtlich der Besteuerung von Gewinnen am Kryptomarkt, den Kapitalanforderungen für Finanzdienstleister in diesem Bereich oder den Auflagen für Unternehmen, die an der Schnittstelle zwischen Fiat- und Digitalwährungen agieren. Die Regulierung und deren Tragweite bleibt ein großes Fragezeichen für den Kryptomarkt – und damit auch für Coinbase.

Gebührendruck, die enge Korrelation mit dem Kryptomarkt und fortschreitende Regulierung sind drei Themen, die die Wachstumsaussichten von Coinbase in Zukunft trüben könnten. Dessen ist sich auch CEO Brian Armstrong und sein Team bewusst: „Aktuell füllt uns der Wind die Segel und es fühlt sich gut an. Aber Krypto ist eine junge, volatile Branche und es wird der Tag kommen, an dem die Zeiten wieder härter werden“, heißt es im Q1-Bericht.

Nikolas Kessler

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