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Commerzbank: 2021 wieder operative Gewinne

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Commerzbank drückt bei ihren Sparmaßnahmen aufs Tempo und will nach Milliardenverlusten noch in diesem Jahr wieder einen operativen Gewinn erzielen. Langfristig stellt das Management sogar 2,7 Milliarden Euro in Aussicht.

"Wir wollen nachhaltig profitabel werden und unsere Zukunft als eigenständige Kraft im deutschen Bankenmarkt selbst gestalten", bekräftigte Konzernchef Manfred Knof am Donnerstag bei der Bilanzvorlage.

Dann sollen auch für die Aktionäre des Instituts wieder bessere Zeiten anbrechen: Für das Geschäftsjahr 2023 wird nach mehreren Nullrunden eine Dividende angestrebt. Die Commerzbank könnte dann rund drei Milliarden Euro an die Aktionäre ausschütten.

Für 2021 bleiben die Aussichten jedoch abgesehen von einem positiven operativen Ergebnis eingetrübt. So sollen die Erträge weiter sinken.

Milliardenverluste im Corona-Jahr 2020

Im vergangenen Jahr summierte sich das Minus für die Commerzbank auf rund 2,9 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte die Bank noch 585 Millionen Euro verdient. Somit brachte 2020 der Commerzbank den höchsten Verlust seit der Finanzkrise: 2009 hatte sich das Minus auf mehr als 4,5 Milliarden Euro summiert.

Enthalten sind im Jahresergebnis bereits 814 Millionen der insgesamt 1,8 Milliarden Euro Aufwendungen für den Konzernumbau. Belastet wird das Ergebnis zudem durch 1,6 Milliarden Euro an Abschreibungen, da sich die übernommenen Geschäfte der Dresdner Bank und der MBank nicht so gut entwickelten wie erhofft. Auch die Corona-Rückstellungen fielen mit knapp 1,75 Milliarden Euro deutlich ins Gewicht.

Sparmaßnahmen im Überblick

Der Vorstand will die Commerzbank mit einem harten Sparkurs zurück in die Erfolgsspur führen. Oberstes Ziel ist die Senkung der Kosten: Von rund 6,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr sollen sie bis 2024 um 1,4 Milliarden Euro sinken.

Bis Ende 2024 sollen weltweit 10.000 der zuletzt 39.500 Vollzeitstellen gestrichen werden. Mehr als 80 Prozent des Stellenabbaus soll bis Ende 2023 umgesetzt sein.

Zugleich will die Bank etwa 2.500 Vollzeitstellen aufbauen. Dies soll unter anderem bei der MBank geschehen. Außerdem will die Commerzbank Dienstleistungen, die bisher extern vergeben wurden, wieder verstärkt im eigenen Haus erledigen und so Kosten senken. Sogenannte Backoffice-Tätigkeiten wie Abwicklung und Verwaltung von Geschäften sollen nach Osteuropa verlagert werden.

Auch beim Filialabbau drückt der Vorstand aufs Tempo: Noch im laufenden Jahr sollen 190 der zuletzt 790 Filialen geschlossen werden, letztlich soll das Netz noch 450 Standorte umfassen.

Gemeinsam mit der Online-Tochter Comdirect, die gerade integriert wird, will der Konzern die Digitalisierung der Angebote vorantreiben. 1,7 Milliarden Euro werden in die IT investiert. Ziel sei, das Segment Privat- und Unternehmerkunden "zu einer attraktiven Kombination aus leistungsstarker Direktbank und erstklassigem Beratungsangebot" weiterzuentwickeln, hieß es.

Das macht die Aktie der Commerzbank

Die Commerzbank hat mit ihrem Ausblick am Donnerstag die Anleger nicht überzeugt. Im frühen handel gaben die Aktien der Commerzbank deutlich nach. Damit dürfte sich das Auf und Ab der vergangenen Wochen um die Marke von 5,50 Euro zunächst fortsetzen.

Ein Händler fühlte sich angesichts der Nachrichtenlage in seiner skeptischen Haltung bestätigt: "Die Papiere großer deutscher Banken sind keine längerfristige Long-Position". Die Aussicht auf leicht sinkende Erträge in diesem Jahr sei enttäuschend, nicht zuletzt angesichts der Kosten. Mit Blick voraus auf das Jahr 2024 sei das Geldhaus allerdings "extrem optimistisch".

Mit Material von dpaAFX.
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