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Continental: CFO fristlos entlassen – Rally beendet

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Continental trennt sich angesichts der anhaltenden Ermittlungen zur Diesel-Abgaskrise von seinem langjährigen Finanzchef Wolfgang Schäfer. Der Aufsichtsrat habe in einer Sondersitzung zugestimmt, dass der 62-Jährige das Vorstandsmandat bei dem Autozulieferer mit sofortiger Wirkung niederlege, hieß es am Mittwochabend aus Hannover. Schäfer saß seit 2010 in der Führungsetage. Er war dort zuletzt unter anderem auch für Controlling und die Einhaltung rechtlicher Standards zuständig.

Staatsanwälte haben bei der weiteren Aufarbeitung des Abgasskandals, der 2015 zuerst bei VW +0,56% aufgeflogen war, bereits länger zusätzlich Conti-Ingenieure im Blick. Es kam zu mehreren Razzien. Parallel dazu schob der Zulieferer eine eigene interne Untersuchung an. Deren Ergebnisse sollen nun der Hauptgrund dafür sein, dass Schäfer gehen muss. Sein Vertrag wäre eigentlich noch bis Ende 2024 gelaufen.

CEO übernimmt CFO-Aufgaben kurzzeitig 

Im Rahmen der Prüfung einer möglichen Mitverantwortung für das Entstehen von "Dieselgate" durch illegale Abschalt-Software seien "Defizite bei der andauernden Aufklärung" zutage getreten, teilte Continental mit. Kommissarisch soll nun Vorstandschef Nikolai Setzer die Ressorts von Schäfer übernehmen, die Aufgaben auf der Ebene darunter führt vorerst die Managerin Katja Dürrfeld fort.

Harter Vorwurf 

Im Fall von Continental lautet ein Verdacht, dass ehemalige und teils noch aktive Beschäftigte der einstigen Siemens-Autotechnik-Tochter VDO – 2007 für einen zweistelligen Milliardenbetrag übernommen – in die Affäre um millionenfach manipulierte Abgasdaten verwickelt sein könnten. Sie sollen demnach womöglich den Auftrag für die Steuerung der 1,6-Liter-Ausgabe des Skandalmotors EA 189 im Wissen angenommen haben, dass VW damit betrügerische Absichten verfolgen wollte.

Das macht die Continental-Aktie 

 Die Trennung vom Finanzchef hat die Anleger von Continental -1,00% am Donnerstag verunsichert und die Aktien des Autozulieferers schwer belastet. Auf Tradegate rutschten sie vorbörslich um 5,9 Prozent zum Xetra-Schluss ab auf 104,24 Euro. Damit ist die Kursrally mit einem Gewinn von fast einem Viertel seit Anfang Oktober vorerst zu Ende. Zuletzt stabilisierten sich die Papiere jedoch etwas und notierten nur noch 2,7 Prozent schwächer bei 107,86 Euro.

Sechs-Monats-Chart Continental (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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